

Besondere Fürsorge braucht der Weltmeistersohn beim TSV 1860 offenkundig nicht. Nicht wegen seines Namens, nicht wegen seines jungen Alters, nicht wegen seiner fußballerischen Begabung. „Er ist einfach ein lieber, netter Junge“, sagte Trainer Markus Kauczinski am Dienstag über Noah Klose, „und ich gehe mit ihm um, wie ich mit jedem anderen auch umgehe. Ich glaube, das ist das Beste, was man tun kann.“
Klar, normal, menschlich korrekt. Mit dem Ballast, der Filius des frühen Bayern-Torjägers und heutigen Nürnberg-Trainers Miroslav Klose zu sein, müsse er letztlich selbst zurechtkommen.
Und das gelingt Klose junior bislang ganz gut. Am Samstag beim TSV Havelse (5:0) kam er mit 21 Jahren und 15 Tagen zu seinem Profidebüt, neun Spielminuten wurden es, einen Abschluss wies die Statistik aus. Wohin die Reise gehen kann, dafür hat Kauczinski noch kein Gespür entwickelt. Dafür ist das Bild an Eindrücken noch nicht komplett. „Ich weiß noch nicht“, erläuterte der 55-Jährige, „wie das letzte Durchsetzungsvermögen bei ihm ist, deswegen ist es für mich noch ein zartes Pflänzchen.“
Kauczinski über Klose: „Ich sehe da jetzt keinen Riesenhype“
Eines, das Kauczinski beständig gießen will und wird, denn Klose hat es sich in den letzten Wochen verdient, im oder zumindest im Dunstkreis der ersten Mannschaft zu bleiben. „Ich sehe da jetzt keinen Riesenhype“, sagte der Coach zwar, aber eben auch: „Da waren Möglichkeiten, die hat er auch im Training genutzt.“ Also wird der beste Torjäger der U21 vielleicht eine weitere Jokerchance in der Dritten Liga erhalten, wenn es die Situation hergibt.
Kauczinski sieht in Klose keinen Überflieger, auch bis zum Durchstarter bei Sechzig ist es noch ein Stück, aber er sieht einen talentierten und wissbegierigen Offensivspieler. „Es ist nicht so, dass ich sage: ‚Boah, der verdrängt sofort drei Leute.’ Aber er hat Anlagen, die interessant sind, die ihn interessant machen, weil er, sich sehr gut drehen kann, ein sehr gutes Ballraumgefühl hat, sehr gute Entscheidungen treffen kann, auch einen guten Abschluss hat.“
1860 hat gleich mehrere Nachwuchs-Pfeile im Köcher
Und: „Er strahlt sehr viel Freude, sehr viel Bock auf Fußball aus – und das ist natürlich auch immer schön für einen Trainer, wenn man nicht antreiben muss.“
Zudem, darauf verweist Kauczinski ebenfalls noch, es ist ja nicht Klose allein, der das blaue Nachwuchsherz höherschlagen lässt. Auch Loris Husic (18) und Damjan Dordan (23) haben im Winter gute Fortschritte gemacht und den Kaderanschluss geschafft. „Entscheidend“, so Kauczinski „ist für mich immer, dass Jungs das in die Hand nehmen, dass sie die Lust darauf haben, sich zu zeigen, sich zu bewähren.“ Bei Klose schauen nur noch mehr Augenpaare hin.
