
Es ist noch gar nicht so lange her, da hat ein erfolgreicher Fußballspieler einen Pressevertreter vor laufender Kamera zusammengefaltet und alle fanden’s toll. Na gut, sicher nicht alle, aber sagen wir mal so: Die sozial- und boulevardmediale Stimmung war eher interessiert positiv, eine 8/10 auf der „Endlich sagt’s mal einer“-Skala. Das gilt es in Erinnerung zu behalten, wenn nun die Reaktion der jungen Olympionikin Eileen Gu auf eine Reporterfrage als „höhnisch“ oder auch „brutal“ klassifiziert wird.
Jener erfolgreiche Fußballspieler, Toni Kroos, hatte 2022 mit Real Madrid zum x-ten Mal die Champions League im Männerfußball gewonnen. ZDF-Reporter Nils Kaben aber wollte im sogenannten Field-Interview nach dem Finale auf den wechselhaften Spielverlauf hinaus, der das gute Ende „gar nicht so selbstverständlich“ erscheinen ließ. „Was ist schon selbstverständlich?“, fragte Kroos beinahe philosophisch und schob ein apodiktisches „Wir haben gewonnen, fertig“ hinterher. Als Kaben nachhakte, sagte Kroos den mittlerweile legendären Satz: „Du hattest 90 Minuten Zeit, dir vernünftige Fragen zu überlegen, und dann stellst du mir zwei so Scheißfragen.“
