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Bereits in wenigen Jahren könnten KI-Agenten in Europa vollkommen autonom Einkäufe im Wert von bis zu 109 Milliarden Euro im E-Commerce tätigen und damit ein Marktsegment schaffen, das heute noch nicht existiert. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie „The agentic AI revolution in retail – From vision to processreality“ von Strategy&, der globalen Strategieberatung von PwC. In der Studie wird Agentic Commerce als „nächste Evolutionsstufe des Handels“ identifiziert, so PwC. Dies bedeute: „autonome KI-Agenten verhandeln, entscheiden und kaufen eigenständig“ – sowohl für Verbraucher wie für Unternehmen. Bis 2030 könnte dieses Segment bis zu 15 Prozent des europäischen E-Commerce ausmachen, in Deutschland bis zu 17 Milliarden Euro, so die Studie.
„Agentic AI verspricht mehr Umsatz, höhere Produktivität und gleichzeitig sinkende Kosten“, sagte Matthias Schlemmer, Studienautor und Partner bei Strategy& Österreich. Unternehmen müssten ihre gesamte Wertschöpfung neu auf agentische KI ausrichten, die sowohl Verbraucherprozesse als auch Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen verändern werde. „Teams aus Menschen und KI-Agenten werden zum Standard, was neue Kompetenzen, Rollen und ein neues Führungsverständnis erfordert“, führte Schlemmer aus. „Vor allem braucht es eine moderne Datenarchitektur. Nur wenn alle relevanten Daten über einheitliche Schnittstellen verbunden sind, können Agenten systemübergreifend agieren und Entscheidungen in Echtzeit treffen.“
Auffällig ist laut der Studie die Transformationsgeschwindigkeit. Demnach verbreitet sich Agentic AI im Handel viermal schneller als einst der klassische E-Commerce. KI Agenten adressieren zentrale strukturelle Herausforderungen – von der Kundenschnittstelle bis zur Beschaffung mit volatilen Lieferketten und steigendem Margendruck. KI-Agenten könnten die operativen Kosten im Kundenservice bis 2029 um bis zu 30 Prozent senken, sobald autonome Systeme Routineanfragen übernehmen und Prozesse in Echtzeit orchestrieren, so ein Ergebnis der Studie.
