
Dem deutschen Automobilkonzern Volkswagen steht im Zusammenhang mit dem Dieselskandal offenbar ein Gerichtsverfahren in Frankreich bevor. Wie die Nachrichtenagentur AFP aus informierten Kreisen erfuhr, ordneten die zuständigen Untersuchungsrichter einen Prozess wegen Betrugs vor dem Pariser Strafgericht an. Ein erster Termin zur Planung des Verfahrens ist demnach für den 18. Dezember angesetzt.
Es handelt sich um den ersten bekannten Fall im
Zusammenhang mit dem Dieselskandal, in dem die französischen
Untersuchungsrichter einen Prozess anordnen. Die Staatsanwaltschaft
hatte auch Prozesse gegen Peugeot-Citroën, Renault und Fiat Chrysler
beantragt. Auch diesen Konzernen wird schwerer Betrug im Zusammenhang mit erhöhten Emissionswerten vorgeworfen.
Im September 2015 hatte die US-Umweltbehörde EPA aufgedeckt, dass Volkswagen in Millionen von Dieselfahrzeugen eine illegale Abschalteinrichtung verbaut hatte. Die Software erkannte, wann ein Fahrzeug auf dem Prüfstand getestet wurde, und reduzierte nur dann den Schadstoffausstoß. Im normalen Straßenbetrieb lagen die Stickoxid-Emissionen hingegen um ein Vielfaches über den zulässigen Grenzwerten.
In Frankreich geht es um etwa eine Million Dieselfahrzeuge aus den Jahren zwischen 2009 und 2016. Weltweit waren rund elf Millionen Fahrzeuge betroffen. Der Skandal kostete den Konzern bislang mehr als 30 Milliarden Euro an Strafzahlungen, Entschädigungen und Rückrufkosten, führte zum Rücktritt des damaligen Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn und erschütterte das Vertrauen in die gesamte Automobilbranche nachhaltig.
