Nach der Verlängerung hatte es 1:1 (0:0, 1:1) gestanden. Den entscheidenden Elfmeter von Pascal Klemens parierte Freiburgs Torhüter Florian Müller. Um den letzten Platz in der Vorschlussrunde spielen Bayern München und RB Leipzig.
Reese bügelt Patzer mit Traumtor aus
56.743 Zuschauer im Olympiastadion sahen zunächst über 120 Minuten ein Duell auf Augenhöhe. Schließlich trafen Yuito Suzuki (96. Minute) nach einem eklatanten Fehlpass von Herthas Linus Gechter für den Favoriten, der zum dritten Mal nacheinander einen Zweitliga-Klub aus dem Pokal warf. Ein Traumtor von Herthas Kapitän Fabian Reese (104.) hatte die Blau-Weißen wieder hoffen lassen.

Mit einem großen Plakat mit der Aufschrift „Pokalkrieger“ hatte die Berliner Ostkurve ihre Mannschaft empfangen und auch dem letzten Spieler die Bedeutung dieses Pokalabends verdeutlicht. „Genießen und raushauen“, appellierte Trainer Stefan Leitl unmittelbar vor Anpfiff an seine Schützlinge.
Und Reese haute gleich nach sieben Minuten einen raus, als er einen Abstauber ins Freiburger Tor stocherte. Weil Julian Eitschberger bei der Hereingabe im Abseits gestanden hatte, zählte das Tor nicht.
Ernst rettet Berlin
Die Gastgeber konzentrierten sich aufs Umschaltspiel und kombinierten sich anfangs oft ins letzte Drittel. Echte Torgefahr entwickelte aber nur der SC, der durch den ehemaligen Herthaner Derry Scherhant (20.) in Führung hätte gehen müssen. BSC-Keeper Tjark Ernst parierte den Schuss des Freiburgers bärenstark.
Danach plätscherte die Partie vor sich hin, während der Stadionsprecher vergeblich an die Gäste-Fans appellierte, auf Pyrotechnik zu verzichten. Gegen Ende der ersten Halbzeit drückten beide Teams noch einmal vergeblich auf die Führung: Erst scheiterte Gechter (45.) per Kopf, dann parierte Ernst einen Schuss von Freiburgs Suzuki (45.+2).
Cuisance hat Hertha-Sieg auf dem Fuß
Wer dachte, dass der Außenseiter nach der Pause einbricht, lag falsch. Freiburg gelangen kaum Entlastungsangriffe. Stattdessen musste der SC mehrere Ecken und Freistöße weg verteidigen. Richtig gefährlich wurde es erst wieder in der 69. Minute, als Vincenzo Grifo nahezu freistehend vergab. Mit der Grätsche rettete Marton Dardai im letzten Moment und lenkte den Ball neben das Tor.
Beiden Mannschaften fehlte über 90 Minuten die Überzeugung. Vorsicht statt Risiko lautete oft die Devise, sodass die Verlängerung folgerichtig erschien. Cuisance hatte in der 94. Minute Herthas beste Chance auf dem Fuß, scheiterte aber an Torhüter Florian Müller. Das wurde sofort bestraft.
Gechter hatte urplötzlich einen Aussetzer und spielte einen schwachen Rückpass auf Keeper Ernst. Von der Seitenlinie beobachtete Herthas Pechvogel, wie Suzuki dank seines richtigen Riechers das erste Tor des Abends erzielte. Kurz darauf machte Reeses Treffer aus rund 20 Meter den Patzer wieder wett. Kurz darauf vergab wieder Cuisance eine Riesenmöglichkeit.
