DFB-Pokal gegen Leipzig: Bayern München entscheidet knappes Viertelfinale für sich

Der FC Bayern ist dem Sehnsuchtsort Berlin bis auf eine letzte Hürde ganz nah gekommen. Zwei eiskalte Tore innerhalb von nur drei Minuten nach der Halbzeit beim 2:0 (0:0) gegen RB Leipzig reichte den Münchnern, um erstmals seit 2020 wieder auf den Triumph im DFB-Pokal-Finale am 23. Mai hoffen zu dürfen.

Die Mannschaft von Trainer Vincent Kompany verzweifelte zwar lange am glänzenden RB-Schlussmann Maarten Vandevoordt, zog schließlich aber ungefährdet als letzte Mannschaft ins Halbfinale ein. Die Vorschlussrunde mit dem FC Bayern, Bayer Leverkusen, VfB Stuttgart und SC Freiburg wird am 22. Februar ausgelost.

„Wir haben den großen Traum, dass wir wieder nach Berlin fahren. Und es war, denke ich, heute ein verdienter Sieg. Vor allem in der zweiten Halbzeit waren wir die bessere Mannschaft“, sagte Bayern-Präsident Herbert Hainer. Leipzigs David Raum resümiert bei Sky: „Wenn man in München gewinnen will, muss alles stimmen. Es sind zwei Szenen, in denen wir pennen, sie sind brutal effizient und kaltschnäuzig.“

Kanes baut beeindruckende Quote aus

Vor den Augen von Bundestrainer Julian Nagelsmann verwandelte Harry Kane in einer Partie, der es in einem Alles-oder-nichts-Spiel lange an Intensität mangelte, in der 64. Minute ganz cool einen Foulelfmeter. Von 34 Strafstößen hat der englische Nationalstürmer 32 verwandelt. Und vielleicht noch beeindruckender: Es war Kanes 39. Saisontor im 34. Pflichtspiel.

Nur drei Minuten später sorgte Luis Díaz (67.), der zuletzt gegen die TSG Hoffenheim sogar dreimal getroffen hatte, vor 75.000 Zuschauern für die Entscheidung. Für die Leipziger war es die dritte Niederlage gegen die Bayern in dieser Saison – nach 0:6 und 1:5 aber diesmal nicht so empfindlich.

Früher Leipziger Treffer zählt nicht

Von den Folgen der befürchteten Streikprobleme, ausgelöst durch den Stillstand im öffentlichen Nahverkehr, war auf dem Rasen natürlich nichts zu merken. Die Leipziger, die sich wie angekündigt geläutert zeigten und keinen offenen Schlagabtausch mit den Bayern eingehen wollten, setzten das erste Ausrufezeichen.

Yan Diomande luchste auf der rechten Seite Alphonso Davies den Ball ab und legte Christoph Baumgartner (4.) zur vermeintlichen Führung auf. Der Videoschiedsrichter entschied aber auf Abseits.

Die Bayern um den agilen Michael Olise kamen erst allmählich auf Touren. Leipzigs Schlussmann Vandevoordt parierte erst glänzend per Fuß gegen Kane, einen Abpraller des eigenen Mannes Willi Orban schlug Castello Lukeba gerade noch auf der Linie weg (12.).

Immer wieder Vandevoordt

Wenn die Gäste aus Sachsen in der ersten Halbzeit gefährlich wurden, dann meist über den schnellen Norweger Antonio Nusa, der über die linke Seite entschlossener auftrat als sein Konterpart Diomande. Einen Schuss von David Raum wehrte Manuel Neuer reaktionsschnell mit der rechten Faust (37.) ab – danach wurden die Leipziger immer passiver.

Kurz vor dem Seitenwechsel schienen die Münchner am Drücker. Wieder war es aber Vandevoordt, der erst einen Rechtsschuss von Aleksandar Pavlovic (45.+5) abwehrte, ehe der Leipziger Keeper wenige Sekunden später einen Kopfball von Kane auf der Linie entschärfte.

Die Show von Vandevoordt ging auch erstmal nach der Pause weiter. Der Belgier war schon auf dem Weg in seine rechte Torwartecke, er wehrte eine Direktabnahme von Serge Gnabry (58.) dennoch stark ab. Nach einem herrlichen Ball in die Tiefe von Dayot Upamecano tauchte Josko Stanišić völlig frei vor Vandevoordt auf, der den Kroaten im Strafraum foulte. Kane verwandelte wie gewohnt. Díaz legte nach einem herrlichen Pass von Olise nach.