
Leon Goretzka ging dem Ball entschlossen entgegen. Der Mittelfeldspieler sprang im richtigen Moment ab und war vor seinem Gegenspieler am Ball. Goretzka köpfte die von Joshua Kimmich geschlagene Ecke ins lange Eck und besiegelte den 2:1-Sieg der deutschen Nationalmannschaft im Viertelfinal-Hinspiel der Nations League in Italien. Für Goretzka bedeutete das Tor und der verdiente Sieg das Ende einer Leidenszeit in der Nationalmannschaft.
Bundestrainer Julian Nagelsmann verzichtete bei der Europameisterschaft im vergangenen Jahr auf den Mittelfeldspieler des FC Bayern. Auch im Klub hatte der 30-Jährige Probleme. Doch Goretzka kämpfte sich bei den Bayern zurück in die Stammformation und wurde für seine guten Leistungen im Klub auch von Nagelsmann belohnt.
In Italien machte Goretzka sein erstes Länderspiel seit 16 Monaten. Und er avancierte direkt zum besten Spieler auf dem Platz. „Leon hat ein herausragendes Spiel gemacht. Ich freue mich für ihn. Er hat auch defensiv ein Top-Spiel gemacht. Für mich ist er der MVP (most valuable player) des Spiels. Ich bin sehr froh, dass er so zurückgekommen ist“, sagte Nagelsmann.
„Bei der Hymne hat es mich mehr gepackt, als ich gedacht habe“
Goretzka gewann in der Defensive die entscheidenden Zweikämpfe und trieb das Spiel besonders in der zweiten Halbzeit immer wieder an. „Es war sehr, sehr schön. Ich muss zugeben, dass es mich bei der Nationalhymne mehr gepackt als ich gedacht habe. Aber so soll es sein. Ich bin sehr glücklich, hier heute gespielt zu haben“, sagte Goretzka. Der Weg in den letzten Monaten sei nicht so einfach gewesen: „Jeder kann sich vorstellen, dass es nicht so schön war. Das mit dem Tor ist natürlich eine sehr schöne Geschichte. Die Mannschaft hat eine Gier entwickelt, Spiele gewinnen zu wollen.“
Womöglich schon am kommenden Sonntag, wenn der Nationalmannschaft beim Rückspiel in Dortmund schon ein Unentschieden reicht, um sich für das Halbfinale der Nations League zu qualifizieren.