Deutschland bei Handball-EM mit Sieg über Spanien in Hauptrunde

Deutschlands Handballer haben das historische Aus nach der Vorrunde bei der Europameisterschaft abgewendet und mit einem starken Auftritt wieder Hoffnungen auf eine Medaille geweckt. Das Team von Bundestrainer Alfred Gíslason behielt im Vorrundenfinale gegen Spanien die Nerven und nimmt nach dem 34:32 (17:15) zwei Pluspunkte mit in die Hauptrunde.

Vor 9526 Zuschauern in Herning war Renars Uscins mit acht Toren bester Werfer für die deutsche Mannschaft, der ein nach der bitteren Serbien-Pleite drohendes Debakel ein Jahr vor der Heim-WM erspart blieb. In der zweiten Turnierphase geht es am Donnerstag entweder gegen Weltmeister und Olympiasieger Dänemark oder den WM-Vierten Portugal weiter.

Mit 4:2 Zählern lag der Olympia-Zweite in der Gruppe A aufgrund des gewonnenen Direktvergleichs vor den punktgleichen Spaniern und darf bei der Endrunde in Dänemark, Norwegen und Schweden weiter auf die erste EM-Medaille seit dem Gold-Triumph vor zehn Jahren hoffen.

Der Erfolg gegen Spanien sicherte dem Bundestrainer zudem vorerst den Job. Bei einem erstmaligen Scheitern in der Vorrunde wäre Gíslason, dessen Vertrag bis nach der WM 2027 gilt, wohl kaum in seiner Position als Bundestrainer zu halten gewesen. Der 66 Jahre alte Isländer kann nun im weiteren Turnierverlauf Argumente für sich sammeln.

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„Ich bin erleichtert und sehr, sehr stolz auf die Jungs, dass sie dieses Spiel gewinnen konnten. Vor allem wie: Sie waren Angriff wie Abwehr überragend. Wir haben gegen die Spanier mehr aus der zweiten Welle gemacht, es ist normalerweise ihre große Stärke, das zu unterbinden“, sagte Gíslason im ZDF den wichtigen Erfolg. „Wir hatten den klaren Glauben, dass wir mit einem Sieg weiterkommen können“, sagte Kapitän Johannes Golla.

Die Ausgangslage für das Gruppenfinale gegen Spanien war klar. Weil Serbien zuvor gegen Österreich mit 25:26 verlor, hätte der DHB-Auswahl bereits ein Remis zum Weiterkommen genügt. Ein Vorteil für die deutsche Mannschaft, die bei einem serbischen Sieg zwingend mit drei Toren Vorsprung hätte gewinnen müssen.

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Für das entscheidende Duell hatte Gíslason auf Rune Dahmke und Franz Semper verzichtet und dafür die Berliner Matthes Langhoff und Nils Lichtlein nominiert. Von Beginn an war es eine umkämpfte und spannende Partie, in der das DHB-Team dem Gegner zunächst immer einen kleinen Schritt voraus war. Nach 20 Minuten lag Deutschland beim 12:9 erstmals mit drei Toren vorn.

Großen Anteil daran hatte Torwart-Routinier Wolff mit einigen spektakulären Paraden, die die zahlreichen deutschen Fans zu Jubelstürmen hinrissen. Auch im Angriff agierte die deutsche Mannschaft deutlich effizienter als in den vorherigen Spielen gegen Österreich (30:27) und Serbien (27:30). Vor allem Rückraum-Ass Uscins war von den Spaniern kaum zu stellen.

Auf deutscher Seite rückte David Späth nach 40 Minuten für Wolff zwischen die Pfosten, wurde trotz einiger Paraden aber nicht zum X-Faktor. Zehn Minuten vor dem Ende lag Deutschland beim 28:25 dennoch mit drei Toren vorn, danach brachten die Deutschen den wertvollen Sieg sicher ins Ziel – und ließen Torwart Wolff von einer „super Mannschaftsleistung“ schwärmen.

Titelverteidiger Frankreich beendete derweil die Vorrunde mit einer weißen Weste und nahm ebenfalls zwei Punkte mit in die Hauptrunde. Das Team um den Star und künftigen Berliner Bundesliga-Profi Dika Mem gewann in Oslo das „Endspiel“ mit dem zuvor auch zweimal siegreichen Ko-Gastgeber Norwegen um den Sieg in der Gruppe C sicher mit 38:34 (20:17).

Wie die Équipe Tricolore und Norwegen als weitere Hauptrundengegner des deutschen Teams sicherten sich in der Gruppe E auch der WM-Zweite Kroatien und der frühere Weltmeister Schweden vorzeitig den Einzug in die Hauptrunde. Kroatien bejubelte in Malmö gegen die Niederlande mit 35:29 (15:13) ebenso im zweiten Vorrundenspiel den zweiten Erfolg wie Mitausrichter Schweden durch ein 38:29 (20:15) gegen Georgien.

Kroaten und Schweden spielen am Mittwoch lediglich noch aus, wie viele Punkte vor dem Beginn der Hauptrunde auf ihren Konten stehen werden. Für Oranje und die Georgier hat der Vorrunden-Abschluss nur noch statistische Bedeutung. Die Koffer packen müssen in Frankreichs und Norwegens Gruppe Tschechien und die Ukraine, die nach dem 29:38 (14:17) im Duell der gescheiterten Teams das Turnier ohne Erfolgserlebnis abschloss.