
Die Bundesregierung bereitet jetzt doch die Evakuierung von deutschen Touristen im Nahen Osten vor. Bundesaußenminister
Johann Wadephul (CDU) kündigte an, dass mehrere Flugzeuge in die Region geschickt werden, um dort
gestrandete Deutsche nach Hause zu holen. Die
Maschinen sollen nach Maskat im Oman und in die saudische
Hauptstadt Riad geschickt werden, sagte Bundesaußenminister
Johann Wadephul (CDU). In den Regionen seien die Lufträume
noch geöffnet, Sicherheit gehe bei der Entsendung allerdings
vor. Er habe mit Lufthansa-Chef Carsten Spohr
gesprochen – und die Airline habe grundsätzlich Kapazitäten.
Wir wollen Deutschen helfen, nach Hause zu kommen.
Man sei in einer Großkrise, von der auch viele Deutsche
betroffen seien, sagte Wadephul. Neben der Lufthansa sei man auch mit TUI
und dem Deutschen Reiseverband in Kontakt.
Etihad und Emirates starten erste Flüge
Die beiden Fluggesellschaften Etihad und
Emirates kündigten an, trotz des Krieges ihren Betrieb zum
Teil wieder aufzunehmen. Erste Flüge der Airlines mit Sitz in Abu Dhabi
beziehungsweise Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten starteten
am Montagnachmittag. Die Regierung von Dubai teilte mit, es gebe eine
„begrenzte Wiederaufnahme des Betriebs“. Es sollten aber nur jene
Passagiere zum Flughafen kommen, die direkt kontaktiert worden seien.
Deutschland priorisiert für die Rückholaktion vor allem vulnerable Personen wie
Kinder, Kranke oder Schwangere. Die Bundesregierung könne auch
Privatmaschinen aus Steuerzahlerkosten chartern und als letztes
Mittel auf Flugzeuge der Bundeswehr zurückgreifen, sagte Bundesaußenminister Wadephul. Details
müssten aber noch geklärt werden. So sei offen, wie viele
Menschen die jeweiligen Orte erreichen könnten, von denen sie noch
ausgeflogen werden könnten.
30.000 deutsche Reisende betroffen
„Die Planungen laufen“, sagte Wadephul. Ein weiteres Problem ist ihm zufolge die Größe der Flughäfen. Der Airport in
Maskat sei nicht besonders groß. „Wir müssen schauen, wie viele
Flugzeuge wir dort überhaupt hinbringen können. Wir fangen jetzt einfach
mal mit einer Maschine pro Destination an.“
Noch am Montagmorgen hatte Wadephul gegenüber der Bild-Zeitung eine militärische Evakuierung von deutschen Reisenden
ausgeschlossen. „Das werden wir nicht machen können, denn die Lufträume sind
insgesamt geschlossen.“ In der ARD-Sendung Caren Miosga hatte der Minister am Sonntagabend betont, dass Reisende auch für
ihre eigene Sicherheit Verantwortung tragen würden: „Es war nicht ganz
unbekannt, dass das gefährlich werden könnte“, sagte er.
Piloten sagen Streik ab
Rund 30.000 Reisende von deutschen Veranstaltern sind laut Reiseverband DRV von der Eskalation in der Golfregion betroffen, der Flugverkehr ist stark gestört. Auch die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit reagierte auf die Lage. Sie schloss mögliche Streiks in dieser Woche aus. Man verzichte vorläufig auf Arbeitskampfmaßnahmen.
Die aktuellen
Entwicklungen stellten Fluggesellschaften, Crews und Passagiere vor
erhebliche Herausforderungen, teilte die Gewerkschaft mit. „In der gegenwärtigen Situation haben insbesondere Rückführungsflüge,
die Sicherheit der Passagiere sowie die Aufrechterhaltung der Versorgung
über die Luftfracht höchste Priorität.“
