
Sie ist Kabarettistin, Theater-Liebling, Autorin, Reality-Darstellerin, TV-Schauspielerin, Schwulen-Ikone, Deutschlands ältestes Playmate und jetzt auch Serien-Star. Désirée Nick (68) steigt in der beliebten BR-Produktion „Dahoam is Dahoam“ ein. In insgesamt sechs Folgen flimmert sie ab dem 2. Juni über den Bildschirm.
Mit der AZ spricht Désirée Nick über ihre Rolle in „Dahoam is Dahoam“, eine Überdosis Freiheit, eine royale „Verarsche“, das Schicksal von manchen Frauen im Trash-Business und einen möglichen Umzug nach Bayern.
Gastrolle bei „Dahoam is Dahoam“: Désirée Nick dreht in Bayern
AZ: Liebe Frau Nick, wie haben Sie reagiert, als die Anfrage zu „Dahoam is Dahoam“ kam?
DESIREE NICK: Ich war gar nicht überrascht, denn der bayerische und der preußische Humor ähneln sich sehr: direkt, ehrlich, schnörkellos. Für Menschen mit Humordefiziten wirkt das rabiat, auf mich wirkt es urig. Von daher ist jemand, der im Dirndl so grandios aussieht wie ich, ein verbindendes Element zwischen diesen beiden Kulturen. Wo bleibt eigentlich mein Bundesverdienstkreuz? Zum Mut der Produktion kann ich nur sagen, da ist der BR eben schlauer als der rbb, dessen Ruf ja eh ruiniert ist.

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Warum fragte Sie der rbb für solch einen Job nicht an?
Der rbb hat mich noch nie für irgendetwas angefragt. Weder wurde ich in Berlin Kurt Krömer noch eine Kommissarin. Das war Meret Becker und sie ist nach kurzer Zeit ausgestiegen. Aber die Fehlentscheidungen des rbb sind ja amtlich.
Wirbel in Lansing: Diese Rolle spielt Désirée Nick
Welche Rolle verkörpern Sie bei „Dahoam is Dahoam“?
Man möchte meinen, ich komme als rotzfreche, polternde Berliner Göre daher, die im Ort alle provoziert. Aber ganz im Gegenteil: ich bin Frau Prof. Dr. Barbara Hülsmann, eine Paartherapeutin aus Hannover, also eine Akademikerin, die Hochdeutsch spricht. Ich bin die Mutter von Vera aus dem Hauptstrang, die Apothekerin in Lansing ist. Ich schaue mir den Brunnerwirt, meinen Schwiegersohn in spe an. Natürlich bin ich streng und habe Prinzipien.

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Was finden Sie am Serien-Job beim BR reizvoll?
Dass man eine Figur über eine Folge hinaus entwickeln kann und einen Charakter zeigen kann, der eine Entwicklung durchmacht. Das ist für Überraschungen gut und das Publikum lernt die Figur besser kennen. In einer Episodenrolle ist das nur begrenzt möglich.
Darum versucht sich Désirée Nick nicht am Bairisch
Können Sie bairisch?
Ich kann überhaupt nicht bairisch sprechen und hasse nichts mehr, wenn Leute sich am Berliner Slang versuchen. Das geht jedes Mal in die Hose. Daher vermeide ich es auch nur ansatzweise zu versuchen, zumal der bayerische Dialekt sich in sehr vielen Facetten je nach Region unterscheidet.
Sie schätzen das Gesittete, Gepflegte und Kultivierte. Was fällt in München im Vergleich zu Berlin besonders auf?
Als Urberlinerin bin ich mit einer Überdosis Freiheit aufgewachsen, noch dazu in einem Haushalt mit sehr viel Boheme, vier starken Frauen, alles Alleinerziehende in dritter Generation, wenngleich auch unfreiwillig. Da lernt man zu träumen. Und ich habe immer von bürgerlichen Idealen geträumt, bis mich ein edler Prinz verarscht hat. Dass Traditionen und gepflegte Gastlichkeit, gute Manieren und Rituale dem Leben Kultur und Kontur verleihen, war mir immer Vorbild. Immerhin bin ich katholische Religionslehrerin.
Suche nach sich selbst: „Hipster-Blase in Berlin ist voll mit Youngsters aus Bayern“
Und wie sind die aus Bayern zugezogenen Berliner?
Die Hipster-Blase in Berlin ist voll mit den Youngsters aus Bayern, die alle dorthin streben und im Hoodie und zerschlissenen Jeans in den berühmtesten Clubs der Welt auf der Suche nach sich selbst sind. Ich hingegen finde viel von mir selbst im schönen Bayern. Das beweist auch deutlich mein Kochbuch „Bockwurst&Champagner“. Und ein Leben ohne die Berge kann ich mir gar nicht vorstellen.

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Apropos „Suche nach sich selbst“. Ihre TV-Kollegin Naddel wurde vor wenigen Tagen 60 Jahre alt und wollte Geld für ein Interview.
Ich würde es nicht dämlich nennen, weil sie keine Wahl hat und es eher einer Notlage entspringt.
Désirée Nick prophezeit: „Wie Naddel wird es vielen meiner Kolleginnen gehen“
Sorgen Sie sich um Naddel?
Naddel war in meinen Podcast „Lose Luder“ zu Gast. Wie Naddel, wird es in den nächsten zehn bis 20 Jahren vielen meiner Kolleginnen gehen, die ihr Leben auf Männerbeziehungen aufbauen – oder auf Erotik. Es ist absehbar, dass die Möchtegernprominenz, die aus den Datingformaten hervorgeht, ein ähnliches Schicksal erwartet wie Naddel, insofern kein großes Talent dahintersteckt und man sich nicht weiterentwickelt. Denken wir nur an Bea Fiedler. Sie war als Königin von Ibiza in den Siebzigern eine Ikone wie heute Heidi Klum. Nun geht es ihr minimal besser als Naddel. Die beiden sollten sich zusammentun und man sollte ein Format über Real Reality ehemaliger Sexbomben entwickeln.
„Meinungen waren banal und man hat sich angebiedert. Schrecklich!“
Welche Formate vermissen Sie aktuell im Fernsehen?
Von „Blond am Freitag“ bis „Kaffeeklatsch“ und „Late Night Show“ – all jene Formate, in denen Frauen zum Ratschen zusammenfinden und das Leben beleuchten. Leider waren die Besetzungen so dermaßen falsch, dass derartige Versuche, wie zum Beispiel das Format mit Marijke Amado und Konsorten, kläglich gescheitert sind. Es war von diesen Frauen ja niemand witzig, die Meinungen waren banal und man hat sich angebiedert. Schrecklich! Hingegen bekommen die langweiligsten Moderatoren, die man sich ausdenken kann, Formate in Serie und hinterlassen dabei nicht mal einen Hauch von Amüsement. Humor ist nämlich auch eine Stilfrage, beides bedingt einander.
Ihre Auftritte im Fernsehen haben sich verändert und sind nicht mehr so krawallig.
Man sieht mich im TV mehr denn je, da ich in „In aller Freundschaft“, „SOKO Potsdam“, in ZDF-Spielfilmen Episodenhauptrollen spiele und abends auf der Theaterbühne stehe, derzeit in Hamburg am Winterhuder Fährhaus. Was soll ich denn sonst noch alles machen? Ich habe vorher nie gedreht und war nur in Reality-Formaten. Auf dem „Traumschiff“ oder bei „Rosamunde Pilcher“ wurde ich ja nicht besetzt. Neuerdings allerdings bin ich dem Publikum als Schauspielerin vertraut und seitdem mache ich kein Reality-TV mehr, was heute im Übrigen auch zum Datingformat geworden ist – und dennoch nicht läuft.
Einstieg bei „Dahoam is Dahoam“: Was Désirée Nick über einen Umzug nach Bayern sagt
Könnten Sie sich vorstellen, Haus und Garten in Brandenburg aufzugeben und nach Bayern zu ziehen?
Auf jeden Fall! Der Boden in Bayern ist ja viel fruchtbarer. Brandenburg ist eine Streusandbüchse und man muss viel investieren, um überhaupt einen grünen Rasen zu haben. Unser Grund und Boden, geografisch kurz vor der polnischen Grenze gelegen, war ja so wertlos, dass ihn niemand geschenkt haben wollte. Dann kamen die Hohenzollern und haben sich im Nirwana niedergelassen. Gott sei Dank wohne ich im schönen Havelland, aber trotzdem wird es bei uns niemals aussehen wie am Ammersee, weil das Klima rau und osteuropäisch ist. Dafür haben wir Platz ohne Ende und soviel Holz vor den Hütten, dass wir es gerne verschenken. Und immerhin hat Berlin mehr Brücken als Venedig, also mit diesen Fakten muss der Bayer erstmal klarkommen.
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