Derby in DEL-Playoffs: Münchens Aufholjagd gegen Ingolstadt kommt zu spät

 EHC Red Bull München - ERC Ingolstadt

Stand: 24.03.2026 • 22:49 Uhr

Der ERC Ingolstadt hat zum Auftakt der DEL-Playoffs gegen den EHC München früh mit vier Toren geführt – und musste am Ende doch noch zittern.

Die Play-offs starteten in diesem Jahr mit einem Derby: Platz vier der Hauptrunde, EHC Red Bull München, gegen Platz fünf, den ERC Ingolstadt. Eine Serie, die laut Fabio Wagner „auf Augenhöhe“ und „ein großer Kampf“ werden soll, so der Münchener bei „Magenta Sport“. Schließlich trifft die zweitbeste Defensive der Liga auf die zweitbeste Offensive. Die erste Runde im bayerischen Duell schien lange sicher in der Hand der Ingolstädter, doch München holte beim 5:6 (0:1, 2:3, 3:2) im letzten Drittel auf.

Erster Ingolstädter Treffer im SAP Garden

Zunächst starteten die Münchener strukturiert. Doch den zweiten Ingolstädter Konter nach fünf Minuten nutzte Myles Powell zum 0:1. Ausgerechnet im Viertelfinale der Play-offs fiel also das erste Ingolstädter Saisontor in München.

Derby unter Strom

Die Schanzer, die nach Köln das heimstärkste Team der Liga stellen, zeigten auswärts Effizienz und ließen defensiv kaum etwas zu, obwohl München mit dem Schwung der letzten Wochen immer wieder anlief. Nach mehreren Auseinandersetzungen auf dem Eis entluden sich pünktlich zur Sirene nochmal die Kräfte in einer Rudelbildung.

Barber führt Panther-Lauf an

Das zweite Drittel startete mit einem regelrechten Offensivlauf der Ingolstädter. Eineinhalb Minuten waren gespielt, als Riley Barber im Powerplay zuschlug. Mit dem 0:2 erzielte der US-Amerikaner sein 33. Saisontor und das zehnte in Überzahl. Der zweitgefährlichste DEL‑Angreifer ließ EHC-Keeper Antoine Bibeau keine Chance.

Gegentore für Münchens

57 Sekunden später erhöhte Ingolstadt auf 0:3. Peter Abbandonato initiierte den Angriff, Leon Hüttl hatte viel Platz und den Abpraller verwandelte Abbandonato selbst. Als Barber in der 26. Minute auf 0:4 erhöhte, rutschte der Puck Bibeau durch die Beine. Die eigentlich so stabile Defensive Münchens kassierte zu Hause in nicht einmal einer halben Stunde vier Treffer.

McKenna und Ferguson bringen Hoffnung

Doch Jeremy McKenna sorgte in der 29. Minute für ein Lebenszeichen. Voll im Stile von Münchens Offensivprinzip: Das Torschießen wird auf viele Schultern verteilt. Ryan Murphy machte eine geklärte Scheibe wieder scharf, Wagner zog aus der Distanz ab, McKenna verfolgte den Schuss und drückte den Puck aus der Luft zum 1:4 ins Tor.

Plötzlich war etwas von dem Druck da, den die Münchner in den letzten drei gewonnenen Hauptrundenduellen gegen Ingolstadt gehabt hatten. Kurz vor der Pause nutzte Brady Ferguson das Chaos vor Ingolstadts Tor und verkürzte auf 2:4 (40.).

Ingolstadt hat die Antwort

Mit diesem Rückstand startete der EHC ins Schlussdrittel, doch die Panther schafften es konsequent, das Heimteam aus der gefährlichen Zone zu halten. In der 46. Minute lud Markus Eisenschmid die Schanzer zu einem Konter ein, den Alex Breton nach einem Querpass von Daniel Schmölz zum 2:5 verwandelte. Im Anschluss blieb die Panther-Abwehr stabil, die Emotionen liefen nochmal heiß und die Uhr lief gegen die Hausherren. Das zwischenzeitliche 3:5 durch Tobias Rieder (56.) konterte Johannes Krauss postwendend zum 3:6.

München macht es nochmal spannend

Mit Sechs gegen Vier und ohne Goalie erzielte Brady Ferguson 1:16 Minuten vor Schluss das 4:6. Kurz vor Schluss machte Ville Pokka das 5:6.

Im ersten Spiel der Best-of-Seven-Serie lieferte Ingolstadts Offensive auswärts eindrucksvoll und hatte immer eine Antwort parat. Münchens Heimstärke blitzte zwar auf, wurde aber von der Effizienz des Gegners ausgehebelt.