

Unübersehbar thront der weiße Gouverneurs-Bungalow auf dem Fort Canning Hill unter Palmen und tropischen Bäumen, als hätte sich in den zurückliegenden 200 Jahren hier praktisch nichts verändert. „Nichts kann interessanter und bezaubernder sein als der Ausblick von hier“, hatte der Bauherr Sir Stamford Raffles 1823 in einem Brief über die Aussicht auf die Straße von Singapur und die vorgelagerten Inselchen geschwärmt. 200 Jahre später würde Singapurs Stadtgründer noch größere Augen machen. Zwar wurde sein ursprünglich hölzerner Bungalow 2003 rekonstruiert und die Stadtverwaltung lässt nun auch den botanischen Garten in der Nachbarschaft wieder originalgetreu anlegen, den Raffles ebenfalls begründet hatte. Aber davon abgesehen schimmern durch das Grün der Bäume auf dem steilen Hügel die Betonschluchten einer Mega-City. Im Insel-Staat Singapur leben auf einer Fläche von der Größe Hamburgs mittlerweile viermal mehr Menschen. Nur Monaco ist unter den Zwergstaaten der Welt noch dichter besiedelt.
