Der New Balance 530 kombiniert Dad-Shoe mit der Trendfarbe Braun

Braune Sneaker – muss das sein?

Ja. Braun gehört wieder dazu. Nach Jahren minimalistischer Farbpaletten und klarer Silhouetten setzt der Ton zwischen Schokolade und Karamell wieder wärmere Akzente – auf der Straße, im Büro, auf Instagram. Modemagazine erklären Braun zur „Trendfarbe 2025“, Influencer tragen sie zu allem, was sonst „zu beige“ wäre. Braun wirkt unaufgeregt, erwachsen und doch lässig genug, um zwischen Vintage und Modernität zu changieren. Die Farbe funktioniert im Sommer wie im Winter, zu Strick genauso wie zu Techmaterialien. Vielleicht ist Braun deshalb so gefragt – es nimmt ein bisschen das Tempo raus.

Und warum der 530? Ist das nicht der „Dad Sneaker“ schlechthin?

Genau deshalb. Der 530 hat geschafft, was nur wenige Turnschuhe können: Er ist bequem, aber ästhetisch so anschlussfähig, dass selbst Modeprofis ihn tragen, ohne ironisch zu wirken. Sein Retro-Upper erinnert an die Nullerjahre, seine Sohle an Laufschuhe aus besseren Fitnessstudiozeiten. Und er verkörpert das Ideal des New-Balance-Prinzips: Funktion zuerst, aber bitte mit Gefühl. Ich habe selten einen Schuh besessen, der mich so verlässlich begleitet hat – über Großstadtstraßen wie auf Wanderwegen.

Wie schafft er es, so bequem zu sein?

Die Antwort liegt in der Sohle – genauer gesagt in der Abzorb-Dämpfung, die jeden Schritt aufnimmt wie ein stiller Stoßdämpfer. Dazu kommt eine Zwischensohle aus EVA-Schaumstoff, die leicht nachgibt, aber nie weich wird. Das Mesh ist atmungsaktiver als manche Funktionsjacke, die Stabilität bleibt trotzdem, vor allem auf unebenem Terrain.

Ursprünglich erschien er Anfang der Neunzigerjahre als klassischer Laufschuh – mit dem Schwerpunkt Dämpfung, nicht Aussehen. In den Archiven von New Balance blieb es lange ruhig um den 530, bevor er zur Jahrtausendwende kurz wieder auftauchte und in den Zwanzigerjahren zum Modephänomen wurde.

Wie trägt man ihn am besten?

Er funktioniert eigentlich immer. Zum Anzug – weil das die Pariser so vormachen. Zu Jeans und Hoodie – weil das in Berlin keiner hinterfragt. Die braune Variante wirkt zu Creme, Grau oder Schwarz noch besser, weil sie Tiefe bringt, ohne laut zu werden. Ich habe ihn in Paris getragen, um modisch mitzuhalten, und in Brasilien, um dem Staub standzuhalten – beides hat funktioniert. Er sieht überall richtig aus: in Bewegung, auf Fotos, im Flugzeug und morgens im Café.

Und was sagt der 530 über seinen Träger?

Dass er genug gesehen hat, um Trends mit Gelassenheit zu tragen. Wer den 530 anzieht, will nicht auffallen – und tut es gerade deshalb.