Die Kölner Haie haben sich in Ingolstadt für eine historische Niederlage revanchiert und damit gleichzeitig eine beeindruckende Erfolgsserie ausgebaut. Sie gewannen beim ERC mit 5:4 (2:3, 2:1, 1:0).
Zehn Spiele in Folge hatten die Kölner vor der Partie in Ingolstadt nicht verloren. Zehn war aber auch die Anzahl der Gegentore, die die Haie beim letzten Auftritt in Ingolstadt kassiert hatten. Das 3:10 am 31. Oktober war für die Rheinländer die erste zweistellige Niederlage in der Deutschen Eishockey Liga (DEL).
Haie geraten nach früher Strafzeit in Rückstand
Es ging am Freitagabend also um mehr als die Fortsetzung einer Siegesserie – es galt etwas gutzumachen. Auf dem Eis ließen sich die Kölner das allerdings nicht anmerken. Die Ingolstädter übernahmen von Beginn an das Kommando und nutzten ihr erstes Powerplay durch Kenny Agostino bereits in der 2. Minute zur Führung.
Die bayrische Dominanz blieb bis zur 10. Minute weitgehend unangefochten, ehe das erste Powerbreak den Gästen eine etwas längere Pause und danach mehr Spielanteile bescherte. Dominik Bokk verfehlte das Ingolstädter Tor mit der ersten Kölner Großchance noch knapp, aber ihre zweite bescherte den Haien den Ausgleich. Und dies sehenswert: Nachdem er ihn hinter dem Tor angenommen hatte, schob Patrick Russell den Puck Richtung Tor, und als er dort hochsprang volley ins Tor (14. Minute).
Rekordspieler Pietta baut Führung der Gastgeber aus
Das sollte im ersten Drittel nicht der letzte Treffer mit dem Prädikat sehenswert bleiben. Zwei Minuten später war es ein starker Aufbaupass von Edwin Tropmann aus dem eigenen Drittel, den Riley Barber zur erneuten ERC-Führung nutzte (16.). Kurz darauf hatte Kölns Keeper Janne Juvonen zunächst Glück, als der Pfosten für ihn rettete, war aber machtlos, als DEL-Rekordspieler Daniel Pietta sich halbrechts durchtankte und mit der Rückhand zum 3:1 abschloss (17.).
In der Defensive bekamen die Ingolstädter das nach ihnen zweitbeste Offensivteam der Liga nicht wirklich in den Griff. Einen 2:1-Gegenstoß schlossen Juhani Tyrväinen und Ryan MacInnis ganz stark ab. Der Finne legte zunächst quer auf den US-Amerikaner und bekam den Puck von selbigem am kurzen Pfosten maßgerecht serviert, sodass er nur noch zum 2:3 einschieben musste (19.). Dieser Eishockey-Doppelpass aus dem Lehrbuch war das letzte Highlight vor der ersten Pause.
Tyrväinen-Fehlpass ermöglicht Ingolstadt Ausgleich
Im zweiten Drittel zeigten die Kölner von Beginn an mehr Präsenz, was ihnen in der 25. Minute den 3:3-Ausgleich bescherte. Den hatten sie einer missglückten Scheibenmitnahme von Bokk hinter dem Tor zu verdanken, wo er den Puck an Leon Hüttls Schlittschuh verlor. Von dort prallte er zu Louis-Marc Aubry, der die Scheibe durch den Torraum passte. Am langen Pfosten hatte Bokk dieses Mal freie Bahn und traf.
Die Haie waren gut im Spiel, überstanden eine Strafzeit gegen Russell und kamen sogar zum 4:3, als der nach Verletzungspause in den Kader zurückgekehrte Gregor MacLeod einen Pass von Russell per Direktabnahme ins Tor hämmerte. Es lief für den Tabellenführer, bis sich Tyrväinen im eigenen Drittel einen folgenschweren Fehlpass leistete. Den anschließenden Schuss von Riley Sheen konnte Juvonen parieren, legte Jakin Smallwood damit jedoch nur den Volley-Abstauber auf (37.).
Ingolstädter können Doppelstrafe gegen Storm nicht nutzen
Das Schlussdrittel eröffneten die Kölner mit den letzten überstandenen Sekunden der zweiten Russell-Strafzeit und bekamen dann selbst erstmals die Chance, eine Überzahl auszuspielen. Das gelang jedoch nur mäßig. Wie auch im weiteren Verlauf des Drittels gab es zwar Abschlüsse, aber nicht die ganz klaren Einschuss-Gelegenheiten.
Die große Chance zum Heimsieg und dem Beenden der Kölner Siegesserie bekamen die Hausherren in der 49. Minute, als der Däne Frederik Storm gleich zwei Zwei-Minuten-Strafen kassierte. Sein hoher Stock schien nicht absichtlich zu sein, landete aber eben im Gesicht des Gegenspielers. Juvonen und seine Vorderleute hielten stand und damit auch das 4:4.
Oliwer Kaski trifft von der blauen Linie zum Sieg
Mit dem Remis ging es auf die Zielgerade der Partie, auf der Russell den Haie-Sieg auf dem Schläger hatte, als ERC-Keeper Brett Brochu und Sam Ruopp bei seinem Schuss erst im letzten Moment zur Stelle waren (57.) Damit war das tragische Ende für Ingolstadt indes nur aufgeschoben: 67 Sekunden vor dem Ende sorgte Oliwer Kaski mit einem fulminanten Schlagschuss von der blauen Linie für den elften Kölner Sieg in Serie. Seinen Treffer hatte er nicht zuletzt zwei Mitspielern zu verdanken, die Brochu vor dem Tor die Sicht verstellten.
Den abschließenden Sturmlauf der Hausherren ohne Torhüter und dafür mit sechstem Feldspieler überstanden die Haie schadlos. Köln baut seinen Vorsprung an der Spitze damit auf elf Punkte aus. Am Sonntag müssen die Haie erneut auswärts ran. Sie gehen um 16.30 Uhr bei den Augsburger Panthern aufs Eis.
Unsere Quellen:
- DEL-Spiel ERC Ingolstadt gegen Kölner Haie vom 09.01.2026
Sendung: WDR.de, „Kölner Haie setzen Siegesserie in Ingolstadt fort“, 09.01.2026, 22:36 Uhr
