Stephan Lehmann musste in der 61. Minute noch ein bisserl nachhelfen. Der Stadionsprecher des FC Bayern lieferte bei der Einwechslung den Nachnamen mit dazu. Die allermeisten der rund 75.000 Zuschauer hatten den immerhin noch nie gehört. Kein Wunder: Er war beim 4:1-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach das erste Mal überhaupt im Kader des FC Bayern. Auch trainiert er erst seit kurzer Zeit bei den Profis mit – Maycon Cardozo.
Cardozo bedankt sich bei allen Unterstützern
Während den Bayern-Anhängern beim Nachnamen auf die Sprünge geholfen werden musste, war es für den 17-Jährigen ein Moment für die Ewigkeit. „Zunächst möchte ich Gott für diesen Moment danken“, sagte Cardozo überglücklich in der Mixed-Zone der Allianz Arena. Aufregung war ihm dabei nicht anzumerken. Vielmehr leuchteten seine Augen immer noch von dem Erlebten.
„Ich möchte dem Trainer, dem Staff, den Verantwortlichen, meiner Familie und meinen Teamkollegen danken, die mich unterstützt haben“, zählte der gebürtige Brasilianer auf. Das hatte einen Grund. Denn es ist alles andere als selbstverständlich, dass Cardozo die Chance von Coach Vincent Kompany bekam. Und nein, nicht wegen seines fußballerischen Könnens.
Ich möchte dem Trainer, dem Staff, den Verantwortlichen, meiner Familie und meinen Teamkollegen danken, die mich unterstützt haben.
Cardozo ist der erste Bayern-Spieler aus dem World Squad
Das hat er seit Jahresbeginn in den Einheiten an der Säbener Straße immer wieder gezeigt. Es ist sein Weg zum FC Bayern, der so besonders ist. Der 1,65 Meter große Rechtsaußen (ja, Lennart Karl ist tatsächlich drei Zentimeter größer) ist der erste Spieler, der es aus dem World Squad des Klubs zu den Profis geschafft hat. Die hat der FC Bayern 2021 ins Leben gerufen, um Talenten auf der ganzen Welt die Möglichkeit zu geben, Profi zu werden.
Betreut wird die Mannschaft unter anderem von Klub-Legende Roy Makaay. Der war es auch, der Cardozo nach drei Partien in den USA und zwei in Deutschland den Verantwortlichen am Bayern-Campus empfahl. Spielwitz und Durchhaltevermögen werden ihm nachgesagt. Das konnte der Sohn von Ex-Stürmer Douglas Cardozo in Partien für die A-Jugend und die Amateurmannschaft der Bayern zeigen.

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Youngster spürte das Vertrauen von Trainer Kompany
Und nun bei den Profis. Wobei die Bundesliga natürlich ein paar Nummern größer ist. Was Kompany ihm mit auf den Weg gab, wollte die AZ wissen. „Er sagte, ich soll das tun, was ich auch im Training tue“, antwortete Cardozo: „Ich hatte also das Vertrauen und habe Fußball gespielt.“ Zwar blieben die Wow-Momente (noch) aus, doch der 17-Jährige probierte es das ein oder andere Mal, die Gladbacher Hintermannschaft mit feiner Technik auszutricksen.
Nun gilt es für Cardozo, der am vergangenen Mittwoch einen langfristigen Fördervertrag unterschrieb, die nächsten Schritte zu machen. „Mein Ziel ist es, Profi zu werden“, betonte er. Cardozo will „weiter hart arbeiten, dass ich weiter beim Team sein kann und in der Bundesliga spielen kann“. Ob er nach Karl der nächste Wunderstumpen des FC Bayern wird?
