Darts: Trans Frauen nicht mehr bei Dartsturnieren für Frauen zugelassen

Trans Frauen sind nicht mehr bei Darts-Profiturnieren für Frauen zugelassen. Das beschloss die für Darts-Regeln zuständige Dachorganisation Darts Regulation Authority (DRA). Der Profiverband Professional Darts Corporation (PDC), der große Darts-Turniere veranstaltet, übernahm die neuen Richtlinien.

Die DRA stützte sich in den neuen Regeln unter anderem auf einen Bericht der britischen Entwicklungsbiologin Emma Hilton. Darin kommt die Wissenschaftlerin zu dem Schluss, „dass sich mehrere Geschlechtsunterschiede geringen Ausmaßes summieren und zu einem Vorteil der Männer gegenüber den Frauen im Dartssport führen“. Darts sei somit „eine geschlechtsspezifische Sportart“.

Bekannte trans Spielerin sieht Karriere in Gefahr

Die niederländische Darts-Spielerin Noa-Lynn van Leuven zeigte sich bestürzt. „Damit bin ich praktisch raus“, sagte sie in einem Instagram-Video. „Ich habe jahrelang so verdammt hart dafür gearbeitet, um bis hierhin zu
kommen. Und nun, mit nur einer Entscheidung, bekomme ich gesagt, dass
ich nicht mehr dazugehöre.“

Die 29-jährige van Leuven wird künftig nicht mehr an der PDC Women’s Series teilnehmen können. Sie gewann in der Vergangenheit sechs Turniere der Frauenserie. Bei der ebenfalls von der PDC ausgerichteten Weltmeisterschaft im Londoner Alexandra Palace darf van Leuven weiter starten, da es sich um einen für Männer und Frauen offenen Wettkampf handelt. Van Leuven hatte bereits zweimal an der WM teilgenommen.

Immer wieder hatten sich Spielerinnen dafür eingesetzt, trans Athletinnen von Frauenturnieren auszuschließen. Im vergangenen Jahr weigerten sich zwei Teamkolleginnen aus der niederländischen Nationalmannschaft, mit van Leuven zusammenzuspielen. Die Britin Deta Hedman zog ihre Teilnahme mehrfach zurück, als sie bei Turnieren auf van Leuven getroffen war.

IOC hatte trans Frauen ausgeschlossen

Die DRA folgte in ihrer Entscheidung auf eine ähnliche Regel des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), die vor kurzem für Diskussionen sorgte. So dürfen bei olympischen Frauenwettbewerben keine trans Frauen teilnehmen. Um das zu prüfen, müssen sich Sportlerinnen künftig Geschlechtstests unterziehen. Auch wenn Darts keine olympische Sportart ist, folgte die DRA in ihrer Argumentation dem IOC.

Das Thema sei „schwierig“, sagte Marcus Meier, Vizepräsident des
Deutschen Dart-Verbandes (DDV). In einigen Sportarten gebe es gewiss
körperliche Vorteile für trans Frauen, aber es gebe auch Spielerinnen,
die sich „mit der Männerriege messen können“. „Die hätten auch keine
Probleme, gegen Transfrauen spielen zu müssen“, sagte Meier.