
Der deutsche Darts-Profi Niko Springer liefert beim European-Tour-Turnier in München einen beeindruckenden Auftritt. Er düpiert Superstar Michael van Gerwen. Es ist ein Statement-Sieg nach schwieriger Zeit.
Spätestens mit diesem Sieg lässt sich feststellen: Niko Springer ist zurück, ist in Form. Der Aufsteiger des vergangenen Darts-Jahres siegte beim European-Tour-Turnier in München gegen Michael van Gerwen. Und das mit einem beeindruckenden Auftritt. Springer deklassierte den niederländischen Superstar in der 2. Runde mit 6:1.
Schnell führte die Nummer 49 der Welt mit 4:0. Van Gerwen hatte vor allem auf den Doppeln zu kämpfen, traf nur rund 14 Prozent seiner Versuche. Springer machte es besser – hatte einen Topwert mit einer Doppelquote von 46 Prozent. Auch ein Break des Niederländers zum 4:1 brachte Springer nicht aus der Spur. Er erzielte sofort das Re-Break, nutzte dann seinen dritten Match-Dart zum Sieg gegen den dreimaligen Weltmeister. Es war ein Statement-Sieg nach einer schwierigen Zeit.
Das Jahr 2025 kannte für Springer nur eine Richtung: nach oben. Der gebürtige Mainzer gewann sein erstes European-Tour-Turnier im September in Budapest, kletterte in der Weltrangliste unter die Top 50. Von vielen Experten wurde die deutsche Nummer vier schon als der zukünftige Darts-Star gehandelt, als das Zugpferd, nach dem sich Deutschland so dringend sehnt. Bei der WM allerdings folgte die Enttäuschung. Erstrundenaus, 1:3 gegen den australischen No-Name Joe Comito.
Danach fiel Springer in ein kleines Loch. Der 25-Jährige sprach in einem Interview mit dem „Wiesbadener Kurier“ davon, auf der Bühne „komplett überfordert“ zu sein. „Ich wollte eine Weile nichts mit Pfeilen zu tun haben und habe sieben, acht Tage lang keine Pfeile angerührt.“ Auch im Rahmen des Heimspiels in München sprach er noch einmal über die WM-Enttäuschung. „Da brauche ich nicht drumherumreden: Die WM war extrem frustrierend“, sagte Springer im Interview mit „dartsnews.de“.
Van Gerwen wird zum Lieblingsgegner
Nun kommt er langsam wieder in Fahrt. Springer bringt es bislang auf zwei Achtelfinal-Teilnahmen bei zuschauerlosen Turnieren der Pro Tour. Hinzu kommt ein Viertelfinale auf der European Tour. Eine gute Bilanz, aber bisher kein Highlight. Das folgte nun gegen van Gerwen, der sich immer mehr zum Lieblingsgegner Springers entwickelt. Aus vier Duellen hat der Deutsche drei gewonnen.
„Ich denke, da geht auf jeden Fall noch mehr, aber die Richtung stimmt auf jeden Fall. Das ist bei mir momentan noch ein bisschen schwankend, aber gerade mit den Doppeln bin ich momentan sehr zufrieden“, sagte Springer zu Sport1. „Ich war, um ehrlich zu sein, ziemlich nervös. Van Gerwen ist natürlich ein großer Spieler, vor dem habe ich extrem viel Respekt. Ich habe versucht, das auf der Bühne ein bisschen auszublenden. Das fällt einem gar nicht so leicht.“
An diesem Montagnachmittag (14.30 Uhr, DAZN) trifft Springer im Achtelfinale auf Ex-Weltmeister Michael Smith, der seit Monaten nach seiner Topform sucht. Ebenfalls noch im Turnier dabei ist die deutsche Nummer eins Martin Schindler. Er besiegte in einem durchschnittlichen Spiel (Average von 87 Punkten) den Iren Brendan Dolan mit 6:4 und trifft nun auf den englischen Publikumsliebling Nathan Aspinall.
Die weiteren beiden Deutschen, die am Sonntag im Einsatz waren, schieden aus. Ricardo Pietreczko verlor gegen Aspinall mit 5:6. Der Berliner Marcel Hausotter zwang als krasser Außenseiter den Waliser Jonny Clayton in den Decider, hatte dort aber das Nachsehen.
luwi
