Der Dalai Lama hat seinen ersten Grammy gewonnen – für seine Erzählstimme. Er setzte sich mit dem Hörbuch „Meditations: The Reflections of His Holiness the Dalai Lama“ durch. Der Dalai Lama selbst war nicht anwesend, um die Auszeichnung in Los Angeles entgegenzunehmen. Stellvertretend tat dies Songwriter und Komponist Rufus Wainwright.
„Die Erzählung des tibetischen spirituellen Führers fesselte die Abstimmenden mit ihrer tiefen Weisheit und ihrer sanften Vortragsweise und bot den Zuhörern eine tief meditative Erfahrung, die über das typische Hörbuchformat hinausgeht“, hieß es auf der Homepage der Grammys. Rund 13 000 Mitglieder der Recording Academy entscheiden über die Preisträger. Die Kategorie, in der der Dalai Lama gewann, war „Beste Aufnahme für Hörbuch, Erzählung und Storytelling“.

:Bad Bunny schreibt Geschichte – die Grammy-Gewinner im Überblick
Mehrere Premieren und ein bekannter Abräumer: Am 1. Februar Ortszeit wurden die Grammy-Awards verliehen. Wir geben eine Übersicht über die Sieger.
Regisseur Steven Spielberg gewann seinen erste Grammy. Er wurde als Produzent für den „Besten Musikfilm“ mit „Music for John Williams“ ausgezeichnet. Musik-Ikone Cher nahm bei der Gala eine Ehren-Auszeichnung entgegen und hielt dann eine kurze Dankesrede. Die 79-Jährige wirkte verwirrt. Nachdem sie selbst einen Preis erhalten hatte, sollte sie die Auszeichnung für die beste Aufnahme des Jahres überreichen, machte sich aber daran, die Bühne zu verlassen und musste von Moderator Trevor Noah darum gebeten werden, zu bleiben.
Olivia Dean als beste Newcomerin, Bad Bunny: „ICE out!“
In der wichtigen Kategorie „Best New Artist“ konnte sich Olivia Dean gegen ihre Konkurrenz (unter anderem Katseye, Addison Rae, Sombr) durchsetzen. Die 26-Jährige nahm den Preis von der Gewinnerin des letzten Jahres, US-Sängerin Chappell Roan, entgegen und erwähnte in ihrer Dankesrede, dass sie die Enkelin von Migranten sei. „Ich bin das Ergebnis von Mut und ich finde, dass diese Menschen es verdienen, gefeiert zu werden“, sagte sie in Anspielung auf die aktuelle Kontroverse um Einsätze der Grenzschutzpolizei ICE in den Vereinigten Staaten.
Latin-Musiker Bad Bunny, der in der Kategorie „Best Música Urbana Album“ gewann, wurde in seiner Rede noch deutlicher: „ICE out!“, sagte der aus Puerto Rico stammende Künstler. Er kritisierte die Migrationspolitik von US-Präsident Donald Trump, mahnte aber, nicht dem Hass zu verfallen: „Das Einzige, was stärker ist als Hass, ist Liebe. Deshalb müssen wir anders sein. Wenn wir kämpfen, müssen wir es mit Liebe tun“, sagte Bad Bunny.
Auch die Moderationen des südafrikanischen Comedian Trevor Noah waren mit Seitenhieben auf den amerikanischen Präsidenten gespickt. Noah moderierte die Preisverleihung zum sechsten und letzten Mal. „Ich glaube an Amtszeitbegrenzungen. Ich möchte ein Beispiel setzen für jeden, der die Show anschaut“, sagte der 41-Jährige. US-Präsident Trump ist einerseits dafür bekannt, viel Fernsehen zu schauen – und hat immer mal wieder angedeutet, dass er sich auch vorstellen könnte, über seine Amtszeitbegrenzung hinaus Präsident zu bleiben.
Auch Sängerin Billie Eilish schloss sich der Kritik an den ICE-Einsätzen und der Einwanderungspolitik an. „So dankbar ich auch bin, ich habe ehrlich gesagt nicht das Bedürfnis, etwas anderes zu sagen als: Niemand ist illegal auf gestohlenem Land“, sagte die 24-Jährige und erhielt dafür Jubel und Applaus aus dem Publikum.
„Es ist wirklich schwer zu wissen, was man jetzt sagen und tun soll“, fuhr die US-Amerikanerin fort, die gemeinsam mit ihrem Bruder Finneas O’Connell für „Wildflower“ in der Kategorie „Song des Jahres“ ausgezeichnet wurde. „Ich bin voller Hoffnung in diesem Raum und habe das Gefühl, dass wir einfach weiterkämpfen, unsere Stimme erheben und protestieren müssen. Unsere Stimmen sind wirklich wichtig, und die Menschen sind wichtig. Fuck ICE ist alles, was ich sagen möchte.“
