Dänemark, Frankreich, Schweden und Co. – Favoriten bei der EM

Mathias Gidsel und Simon Pytlick jubeln

Stand: 14.01.2026 12:59 Uhr

Dänemark, dann Dänemark 2 und dann lange nichts? Die Favoriten bei der Handball-Europameisterschaft werden noch mehr als sonst von der Handball-Großmacht angeführt.

Auch wenn ARD-Experte Johannes „Jogi“ Bitter im Sportschau-EM-Podcast „Handball auf die 1“ lachen musste, als er „Dänemark 2“ als Favorit für den EM-Titel ins Spiel brachte – eine Prise Wahrheit lag in dieser Einschätzung schon. Denn selbst die „zweite Garde“ der Dänen, die weniger Spielanteile bekommt als die Superstars rund um die Bundesligaspieler Mathias Gidsel, Simon Pytlick und Co. wäre wohl bei diesem Turnier in der Lage, die Stammbesetzung der meisten Nationen zu schlagen.

Dänemark mit Heimvorteil gegen den kleinen „EM-Fluch“

Amtierender Weltmeister (vier Mal hintereinander) und Olympiasieger sind die Dänen ohnehin. Und dazu bei diesem Turnier auch noch einer der Gastgeber. Als wäre es nicht ohnehin schwierig genug, diese seit 2017 von Nikolaj Jacobsen trainierte Topmannschaft zu schlagen, wird sie nun auch noch im gesamten Turnier den Heimvorteil auf ihrer Seite haben. Der größte Hoffnungsschimmer für die Konkurrenz: Bei Europameisterschaften tat sich die dänische goldene Generation in den letzten Jahren schwerer – 2024 verlor man im Finale gegen Frankreich nach Verlängerung, 2022 holten die Dänen „nur“ Bronze.

Frankreich – ohne Remili mit viel Druck auf Dika Mem

Titelverteidiger Frankreich war das letzte Team, das die Dänen in einem großen Finale besiegen konnte. Und außer dem langjährigen Anführer Nikola Karabatic und Spielmacher Kentin Mahe sind eigentlich alle wichtigen Leistungsträger noch am Start. Ein kurzfristiger Ausfall schmerzt allerdings: Nedim Remili, im Rückraum einer der wichtigsten Akteure und mit 150 Länderspielen auch einer der erfahrensten, fällt verletzungsbedingt aus. Damit liegt noch mehr Druck auf dem künftigen Berliner und dem anderen extrem torgefährlichen Linkshänder im Rückraum Dika Mem, der gemeinsam mit Ludovic Fabregas einer der Leader des Teams sein soll. Auf der Torwartposition soll es wohl Charles Bolzinger richten, der ein eher unerfahrenes Torhüter-Ensemble anführt. „Ich glaube wir haben irgendwo gelesen, dass für Frankreich nur die Medaille in Frage kommt“, fasst auch Nationalmannschafts-Manager Benjamin Chatton das Anspruchsdenken von „Les Bleus“ zusammen.

Schweden – mit Malmö im Rücken die WM vergessen machen

2022 holten sich die Schweden im EM-Finale gegen Spanien hauchdünn den letzten großen Titel, 2024 landete man gegen Deutschland in Köln auf Rang drei. Natürlich sind die Schweden auch als Co-Gastgeber wieder einer der Kandidaten für eine Halbfinalteilnahme. Doch dafür muss die Mannschaft von Michael Apelgren erst einmal die vergangene Weltmeisterschaft abschütteln. 2025 lief es in der Hauptrunde katastrophal: Es gab Niederlagen gegen Brasilien und Norwegen, dazu Unentschieden gegen Portugal und Spanien – Platz 14. Mit den eigenen Fans, aber eben auch entsprechend hohen Erwartungen im Rücken, soll diesmal die Runde der letzten vier erreicht werden. Für Sportschau-Experte Dominik Klein sind die Schweden im Favoritenfeld mit der Halle in Malmö – „eine krasse Nummer“ – jedenfalls auch extrem relevant. Auch, weil sie den vermeintlich „leichteren“ Turnierbaum haben und Dänemark, Frankreich, Portugal, Spanien und Deutschland bis zur K.o.-Runde aus dem Weg gehen können.

Deutschland, Portugal, Spanien, Norwegen – Die Mitfavoriten aus der „Hammergruppe“

Im „ersten“ Turnierbaum mit dem Vorrundengruppen A bis C, aus denen sich Hauptrundengruppe I bilden wird, sind neben Frankreich und Dänemark auch Deutschland, Portugal und Spanien vertreten. Alle drei letztgenannten Kontrahenten sind Teil der Medaillenanwärter, aufgrund des „Lospechs“ wird das aber für den Olympia-Zweiten Deutschland, den WM-Vierten Portugal, den dritten Gastgeber Norwegen und den Olympia-Bronzemedaillengewinner Spanien extrem schwierig.

Chatton: Kroatien und Island auch heiße Anwärter

Da ja aus jedem der beiden Turnierbäume zwei Mannschaften das Halbfinale erreichen, stellt sich die Frage nach dem neben Schweden zweiten größten Anwärter des hinteren Turnierbaums. Für Chatton sind die Isländer und die Kroaten dabei die beiden heißesten Kandidaten.