Der Bundesligist stößt gegen den Sieger der Liga-Phase die Tür zum Halbfinale weit auf. Der überragende Kaishu Sano legt den Grundstein zum Erfolg.
Der 1. FSV Mainz 05 hat das Hinspiel im Viertelfinale der Conference League gegen Racing Straßburg vor 32.000 Zuschauern in der ausverkauften Arena mit 2:0 (2:0) gewonnen. Kaishu Sano brachte die Gastgeber in der elften Minute in Führung, Innenverteidiger Stefan Posch erhöhte (19.).
„Wir können zufrieden sein, dass wir hier zuhause gewonnen haben und kein Gegentor gekriegt haben“, sagte Paul Nebel im SWR-Interview nach dem Abpfiff. „Defensiv haben wir wieder sehr gut gestanden. Wir hätten aber vielleicht das eine oder andere Tor mehr machen können oder auch müssen.“ Danny da Costa warf daher schon einen Blick auf das Rückspiel: „Ein 2:0 ist ein gefährliches Ergebnis. Ich glaube, wir tun gut daran, ins nächste Spiel gegen Straßburg genauso konzentriert zu gehen.“
In der Mainzer Arena trafen zwei Teams mit großem Selbstvertrauen aufeinander. Die 05er hatten von den vergangenen zehn Pflichtspielen lediglich eins verloren, die Gäste aus Straßburg sogar gar keins. Die Gastgeber starteten mit viel Schwung in die Begegnung. Bereits in der 2. Minute gab Nelson Weiper den ersten Warnschuss ab, verfehlte aber das kurze Eck aus aussichtsreicher Position. Kurz darauf wurde Sanos Abschluss aus 16 Metern geblockt (4.).
In der elften Minute machte es der Japaner dann besser – und wie. Sano eroberte den Ball an Mittellinie und trieb das Leder nach Doppelpass mit Sota Kawasaki nach vorne, zog dann aus knapp 20 Metern ab und leicht abgefälscht schlug der Ball genau im rechten Winkel ein – ein absolutes Traumtor. Von Racing war bis auf Ansätze bis dahin im Angriff wenig zu sehen.
Posch legt für Mainz 05 nach
Die Mainzer blieben dagegen weiter auf dem Gaspedal. Extrem giftig in den Zweikämpfen und in der Offensive immer wieder gefährlich: Posch eroberte den Ball und zwang Straßburgs Keeper Mike Pender mit seinem satten Schuss zu einer Glanzparade (18.). Bei der darauffolgenden Ecke verloren die Gäste aus dem Elsass Posch komplett aus den Augen, der den Ball volley in die Maschen drosch – 2:0.
Dann waren die Mainzer mehr in der Defensive gefordert. Nach einem Eckball kam Abiola Omobamidele an den Ball, dessen Abschluss per Hacke am Winkel vorbeizog (27.). Ansonsten blieb es dabei, dass die Mainzer die bessere Mannschaft waren. Nach einem Straßburger Fehler im Aufbau bediente Weiper Paul Nebel, an dessen Hereingabe Kawasaki knapp vorbeirutschte (34.). Zwei Minuten später bekam Phillip Tietz nach Flanke von Nebel nicht mehr genug Druck hinter den Ball. Gegen Ende des ersten Durchgangs ließ das Tempo etwas nach, was angesichts des Mainzer Energielevels in der ersten halben Stunde nicht erstaunlich war. Der Halbzeitpfiff von Schiedsrichter Rade Obrenovic aus Slowenien kam zur rechten Zeit.
Mainz nach der Pause weiter mit Chancen
Auch im zweiten Abschnitt gehörte die erste Offensivaktion den Mainzern. Sano bediente Tietz, der mit seinem Abschluss in Penders seinen Meister fand (49.). Bei der darauffolgenden Ecke wurde Sano entscheidend geblockt. Die 05er blieben dran. Dominik Kohr eroberte stark den Ball und spielte Tietz frei, der Penders im kurzen Eck nicht überraschen konnte (53.).
Dann mal wieder Straßburg: Julio Enciso wurde im Strafraum freigespielt, sein Schuss aus elf Metern war aber zu zentral, um Mainz-Keeper Daniel Batz zu überwinden – da war mehr drin (57.). Das Spiel war nun etwas ausgeglichener. Mainz hatte nicht mehr ganz die Energie der ersten Halbzeit, spielte aber taktisch extrem diszipliniert und ließ den Gästen aus dem Elsass nur wenig Raum.
Straßburg hatte nun deutlich mehr Ballbesitz, richtig gefährlich wurde es aber nur selten. Und wenn doch, dann war die Mainzer Abwehrreihe zur Stelle. In der 74. Minute dann aber die große Chance zum Anschluss: Valentin Barco setzte zum Solo an und drosch den Ball ans Lattenkreuz, beim nachfolgenden Versuch von Diego Moreira riss Batz gedankenschnell die Fäuste hoch.
In der 78. Minute dann mal wieder die Mainzer: Kohr setzte sich zentral durch und zwang Penders zur nächsten Glanztat, den Nachschuss aus spitzem Winkel konnte der eingewechselte Armindo Sieb nicht im Tor unterbringen. Racing war jederzeit um den Anschluss bemüht, doch die Mainzer verteidigten weiter konsequent. Auf der anderen Seite wirbelte einmal mehr Sano, der Sieb bediente, dessen Mischung aus Schuss und Querpass Tietz verpasste (88.). In der Schlussminute störte Penders den einköpfbereiten Sieb entscheidend. Damit blieb es bis zum Abpfiff beim verdienten 2:0-Erfolg der Rheinhessen. Nach dem Abpfiff kochten dann die Emotionen hoch. Sieb und Moreira gerieten aneinander, in der Folge kam es zu mehreren hitzigen Wortgefechten. Es dauerte einen Moment, bis sich alle wieder beruhigt hatten.
Mainz 05 vor Duell mit dem SC Freiburg
Das Rückspiel im Straßburger Stade de la Meinau findet am kommenden Donnerstag (16.04.2026) statt, Anpfiff ist erneut um 21 Uhr. In der Bundesliga geht es für die 05er am Sonntag mit dem Heimspiel gegen den SC Freiburg weiter (19:30 Uhr im Liveticker und Audiostream auf sportschau.de).
