ChatGPT: Musk verklagt OpenAI und Microsoft auf bis zu 134 Milliarden Dollar

Der Techmilliardär Elon Musk fordert vom ChatGPT-Entwickler OpenAI und dessen Partner Microsoft bis zu 134 Milliarden US-Dollar. So hoch seien die „unrechtmäßigen Gewinne“ von OpenAI, die ihm aufgrund seiner anfänglichen Investitionen in den KI-Konzern zustünden, argumentieren Musks Anwälte.

Musk habe rund 38 Milliarden Dollar in OpenAI investiert, was etwa 60 Prozent der Anfangsfinanzierung entsprochen habe, hieß es in der Klageschrift. OpenAI habe durch die Umwandlung von einem gemeinnützigen in ein gewinnorientiertes Unternehmen die Gründungsabsichten verletzt, hieß es. Auf die dadurch entstandenen „unrechtmäßigen Gewinne“ habe Musk einen Teilanspruch. 

Im Fall von OpenAI belaufe sich die Summe auf 65,5 Milliarden und 109,4 Milliarden Dollar, argumentieren die Anwälte. Der Technologiekonzern Microsoft, der ebenfalls in OpenAI investiert hat, soll laut der Klageschrift zwischen 13,3 Milliarden und 25,1 Milliarden Dollar zahlen. Ein Experte habe die Summen berechnet. Diese ergäben sich neben der monetären Investition auch aus den Kontakten und dem unternehmerischen Know-how, das Musk in das Start-up eingebracht habe. 

OpenAI und Microsoft nennen Forderung „unplausibel“

Die beiden beklagten Unternehmen fochten Musks ⁠Forderungen am Freitag an. Die Analyse des Sachverständigen sollte vor Gericht nicht zugelassen werden, sie sei erfunden und nicht nachprüfbar, schrieben die Konzerne in einem Antrag an das Gericht. Zudem sei die geforderte Übertragung von Milliarden von einer gemeinnützigen Organisation an einen ehemaligen Geldgeber, der zum Konkurrenten geworden sei, „unplausibel“.

OpenAI wurde im
Dezember 2015 als Forschungslabor für künstliche Intelligenz mit dem Ziel gegründet, die Technologie zum Wohle der Menschheit zu entwickeln. Das Gründungsteam bestand aus dem
Who’s who des Silicon Valley: Zu den Mitbegründern gehörten neben dem heutigen OpenAI-Chef Sam Altman auch Greg Brockman (ehemaliger CTO von Stripe) und Ilya Sutskever (ein früherer
KI-Forscher bei Google). Techinvestor Elon Musk stellte neben LinkedIn-Mitgründer Reid
Hoffman, PayPal-Mitgründer Peter Thiel und Jessica
Livingston (Y-Combinator-Mitgründerin) Startkapital bereit.

2018 aber verließ Musk OpenAI – offiziell, um Interessenkonflikte mit seiner
Rolle beim Elektroautohersteller Tesla zu vermeiden. Im Jahr 2023 gründete Musk seine eigene KI-Firma mit dem Namen xAI, deren Chatbot Grok mit ChatGPT konkurriert. Seitdem streiten Musk und Open-AI-Gründer miteinander. Es kam mehrfach zu Klagen. OpenAI argumentiert, der Tesla- und X-Chef wolle mit dem Rechtsstreit einen Konkurrenten bremsen. Der Prozessbeginn wird für April erwartet.