Im Viertelfinale der Champions League kommt es zum spanischen Duell zwischen dem FC Barcelona und Atletico Madrid. Beide standen sich erst am Samstag in der Liga gegenüber – und wie so oft war es emotional.
An den 12. Februar 2026 hat Hansi Flick keine guten Erinnerungen. An jenem Donnerstag kassierte er seine bis dato höchste Niederlage als Trainer des FC Barcelona. Bei Atletico Madrid setzte es im Halbfinal-Hinspiel der Copa del Rey eine krachende 0:4-Pleite. Nach einer schlimmen ersten Halbzeit stand das Ergebnis schon zur Pause fest.
Statistiker mussten tief graben, um etwas ähnlich Desaströses zu Tage zu fördern. Tatsächlich war es 1953, als Barcelona zuvor einmal zur Pause mit 0:4 hinten gelegen hatte. Damals gegen Real Madrid. Zwar gewannen die Katalanen das Rückspiel daheim mit 3:0, das reichte aber nicht mehr für den Einzug ins Endspiel.
Flick: „Sehr schwierig“
Da verwundert es nicht, dass Flick sich nicht allzu sehr freute, dass seinem Team auch für das Viertelfinale der Champions League Atletico zugelost wurde. Am Mittwoch (8. April) erwartet Barca die Madrilenen zum Hinspiel im heimischen Camp Nou, am Dienstag (14. April) steht dann das Rückspiel in der spanischen Hauptstadt an. Schon nach der 7:2-Gala im Achtelfinal-Rückspiel gegen Newcastle wollte Flick nicht einstimmen in die allgemeine Euphorie. „Die nächste Runde“, betonte der ehemalige Bundestrainer, werde „sehr schwierig“.
Jede Menge los beim Ligaspiel
Den Aufgalopp vor den Duellen in der Königsklasse machten beide erst am Sonntag in der Liga. Und da war schon jede Menge los. Atletico ging duch Giuliano Simeone in Führung (39.), Marcus Rashford (42.) glich wenig später aus. Nicolás González sah dann nach einem Foul an Barcelona-Star Lamine Yamal nach Videobeweis unmittelbar vor der Pause die Rote Karte. Auf der anderen Seite nahm der Schiedsrichter Rot für Barcelonas Gerard Martin nach Videobeweis wieder zurück und gab nur Gelb. Am Ende kam Barcelona kurz vor Schluss noch glücklich zum Siegtreffer. Nach einer Abwehr von Torwart Juan Musso prallte der Ball an die linke Schulter von Joker Robert Lewandowski und von dort ins Tor.
Nach dem 2:1 liegen die Katalenen jetzt sieben Punkte vor dem ärgsten Verfolger Real Madrid und damit klar auf Titelkurs. Atletico bleibt Vierter. Bei zwölf Zählern Vorsprung auf den Fünften Betis Sevilla ist die erneute Qualifikation für die Champions League aber wohl schon eingetütet.
Barcelona gegen Atletico ein Dauerbrenner
Atletico, das ist für Flick ein Dauerbrenner. Gegen keinen anderen spanischen Verein musste er als Trainer so oft ran wie gegen die „Los Colchoneros“: Bisher achtmal mit dem FC Barcelona und zweimal mit dem FC Bayern München. Jetzt kommen zwei Partien hinzu, es sind die Spiele fünf und sechs in dieser Saison – insgesamt drei Spiele in zehn Tagen.
Spektakuläre Partien
Flicks Bilanz ist mit sechs Siegen, zwei Unentschieden und zwei Niederlagen zwar sehr positiv, doch einfach war es nie. Und immer war es emotional, denn schon zu Flicks Bayern-Zeiten stand bei Atletico Diego Simeone an der Seitenlinie und der ist für seine Impulsivität bekannt.
Außerdem war es oft spektakulär. Besonders im Februar 2025 im Halbfinal-Hinspiel der Copa del Rey. Beim 4:4 im Camp Nou drehte Barcelona einen 0:2-Rückstand in eine 4:2-Führung, um am Ende dann doch noch zwei Treffer zu kassieren.
Respekt ist groß
Dementsprechend groß ist der Respekt. Flick wird nicht müde, Atletico mit seinen Topstars Julian Alvarez und Antoine Griezmann als „fantastisches Team“ und seinen Coach Diego Simeone als „einen der besten Trainer“ der Welt zu betiteln.
Nicht nur wegen des jüngsten Sieges in der Liga ist Barcelona im Viertelfinale der Champions League Favorit. Doch Flick ist spätestens nach dem für ihn historischen 0:4 in der Copa del Rey gewarnt.
