
¡Hola!
Gemeinhin gilt die englische Premier League als reichste und damit auch stärkste nationale Liga der Welt. ¿Por qué?, fragen da mal wieder die Spanier. Alle drei spanischen Teams aus dem Achtelfinale haben es eine Runde weiter geschafft, aus England gelang das nur zwei von sechs. Die vier englischen Teams, die ausschieden, haben insgesamt 28 Gegentore bekommen. „Sind wir die Farmers League?“, fragten sich die Hosts des Guardian-Podcasts Football Weekly. Drei der englischen Verlierer schieden gegen spanische Teams aus. Der FC Barcelona unter Hansi Flick spielte sich im Rückspiel gegen das allenfalls durchschnittliche Newcastle in einen Rausch. Real Madrid hatte gegen Manchester City überraschend wenig Mühe, obwohl (oder weil?) Kylian Mbappé verletzt größtenteils nur zuschauen konnte. Und Atlético Madrid setzte sich gegen Tottenham durch, die sich durch einen schwarzen Tag im Hinspiel quasi selbst rauswarfen. Glück für die verbliebenen Fußballnationen: Ins Halbfinale werden es höchstens zwei spanische Mannschaften schaffen. Barcelona und Atlético spielen gegeneinander.
Der FC Bayern kann es schaffen
In einem an überraschend torreichen und klaren Ergebnissen überraschend reichen Achtelfinale holten die Bayern das klarste Ergebnis. Mit insgesamt 10:2 gewannen sie gegen Atalanta Bergamo. Das könnte am Gegner gelegen haben, derzeit nur auf Platz sieben der italienischen Liga (für Borussia Dortmund hat es trotzdem gereicht – jedes Bayerntor muss auch ein Stich ins Herz des BVB gewesen sein). Aber nicht nur. Für Franck Ribéry ist der FC Bayern derzeit „die stärkste Mannschaft überhaupt“. Er muss es wissen, schließlich gewann er mit den Bayern 2013 den Titel, der nun immer wahrscheinlicher wird. „Sie ist auf höchstem Niveau in allem: technisch, taktisch und physisch. Sie spielt in einer ganz anderen Dimension, das kann jeder sehen. Die Spieler sind in Topform.“ Vor allem Michael Olise, derzeit einer der besten Spieler der Welt, dürfte in den europäischen Abwehren für schlaflose Nächte sorgen. Und so teilen sich die Bayern den Status des Topfavoriten mit dem FC Arsenal.
Das große Märchen endet, das kleine geht weiter
Die Nordnorweger vom FK Bodø/Glimt haben zuletzt so viel gewonnen, dass man im Duell gegen Sporting Lissabon gar nicht mehr wusste, wer Außenseiter ist und wer nicht. Vor allem nach dem erstaunlichen 3:0 im Hinspiel traute die Fußballwelt den Skandinaviern viel zu. Ach was, alles. Man musste schon auf die Marktwerte (Bodø 80 Millionen, Sporting 464 Millionen) schauen, um sich wieder zu erinnern, an welchem Märchen die Norweger da schrieben. Doch am anderen Ende des Kontinents schlugen die Portugiesen zurück, gewannen ihren Dauersturmlauf nach Verlängerung 5:0. Nun ist Sporting der größte Außenseiter im Wettbewerb. Im Viertelfinale geht es gegen den Topfavoriten Arsenal. Ein bisschen was von den Norwegern hat Sporting sich ja vielleicht abgeschaut.
Die Saison beginnt so richtig im März
Frühform ist toll, gewinnt aber keine Titel. Erst wenn die Blumen wieder sprießen, muss man da sein. Paris Saint-Germain scheint das begriffen zu haben. Im November verlor der Titelverteidiger gegen die Bayern, im Januar bei Sporting Lissabon. Nach der Vorrunde musste er in die Play-offs, dort überstand er ein nervenaufreibendes 5:4 gegen den AS Monaco. Auch in der nationalen Liga hat PSG ein bisschen gebummelt, das Titelrennen ist offen. Doch das Achtelfinale in der Champions League war das Startsignal. 5:2 besiegte Paris den FC Chelsea zu Hause, am Dienstag folgte ein 3:0 an der Stamford Bridge. Eine saftige Revanche für das verlorene Finale in der Klub-WM. Winterschlaf ist beendet.
Außer Bayern nix los
Der FC Bayern holt die Punkte für die Fünfjahreswertung. Doch für den Rest der Bundesliga ist die Saison in der Champions League trist verlaufen. Am Dienstag schied der letzte nicht bayerische Vertreter, Bayer Leverkusen, in London aus. Der deutsche Vizemeister schlug sich zwar achtbar gegen Arsenal, war aber letztlich chancenlos. Borussia Dortmund hatte sich das Achtelfinale nach dem 1:4 in Bergamo gleich ganz gespart. Und Eintracht Frankfurt landete in der Vorrunde auf Rang 33, weit hinter Qarabağ Ağdam aus Aserbaidschan, FC Brügge aus Belgien und Paphos FC aus Zypern. An viele gute Spiele der deutschen Vereine in dieser Saison kann man sich nicht erinnern. An Ausreißer nach unten schon: Frankfurt ging bei Atlético Madrid sowie zu Hause gegen den damals kriselnden FC Liverpool jeweils 1:5 unter, Leverkusen verlor zu Hause 2:7 gegen den Titelverteidiger PSG, der nicht mal mit der Stammelf antrat. Tottenham Hotspur taumelt in England in Richtung Zweitklassigkeit, gegen Dortmund und Frankfurt reichte es in der Champions League aber zu lockeren Siegen. Wenn man wissen will, warum die Bayern in Deutschland keine Konkurrenz haben – im europäischen Wettbewerb findet man fast jedes Jahr Antworten.
Spektakel, aber wenig Spannung
67 Tore fielen insgesamt in
den sechzehn Spielen. Das sind 4,19 pro Partie. Spektakulär war es also,
viele Tore schön anzusehen, wie das von Arsenals Eberechi Eze gegen
Leverkusen oder Harry Kanes 2:0 gegen Bergamo. Spannend aber waren die
Spiele nur selten. Nur Sporting Lissabon gegen Bodø/Glimt ging am Ende
in die Verlängerung, keines ins Elfmeterschießen. Mit insgesamt 50:18
Toren setzten sich die Gewinner am Ende durch. Viel deutlicher geht es
nicht. Manches ist Spielglück, seltsame Verläufe, einige Teams waren
auch überfordert. Aber komplett erklären können wir diese klaren
Ergebnisse auch nicht. Sie? Schreiben Sie gerne in die Kommentare.
