Durch einen Elfmeter in der 98. Minute ist der BVB in Bergamo aus der Champions League geflogen. Beim 1:4 im Playoff-Rückspiel am Mittwoch (25.02.2026) wurden Dortmund zu viele katastrophale Abwehrfehler zum Verhängnis – dabei hatte nach dem 2:0 im Hinspiel schon alles für den Achtelfinaleinzug gesprochen.
Gianluca Scamacca hatte Bergamo in der 5. Minute in Führung gebracht, Davide Zappacosta legte das 2:0 nach (45.). Den dritten Atalanta-Treffer durch Mario Pašalić (57.) konterte der eingewechselte Karim Adeyemi eine Viertelstunde vor dem Ende der regulären Spielzeit. Tief in der Nachspielzeit brachte ein Strafstoß, den Lazar Samardžić verwandelte, dann das entscheide 4:1, das für Dortmund das bittere Aus in der Champions League besiegelte.
Schon der Start der Dortmunder in diese Partie war grob fahrlässig. In der 4. Minute musste Gregor Kobel erstmals eine Top-Parade zeigen, als Nicola Zalewski ungestört aus spitzem Winkel abziehen konnte. Den Gegenspielern viel zu viel Platz zu lassen, zog sich durch die erste Hälfte und wurde früh bestraft: Waldemar Anton sah Bernasconi beim Flanken zu, Ramy Bensebainis komplett missratener Klärungsversuch wurde anschließend zur perfekten Vorlage für Scamacca, der ins leere Tor schieben konnte.
Nichts aus dem Leipzig-Spiel gelernt
Auch in der Folgezeit zeigte sich, dass der BVB ähnliche Fehler machte wie zuletzt beim Ligaspiel in Leipzig, das nach 0:2-Rückstand noch 2:2 endete. Auch Bergamo griff oft scheinbar über rechts an, überlud dann aber die linke Seite und hatte nach einem Flügelwechsel dort regelmäßig Überzahl.
In der 17. Minute hätte Atalanta bereits das zweite Tor nachlegen können, als Julian Ryerson zu passiv war. Emre Can konnte die scharfe Hereingabe von des gebürtigen Berliners Lazar Samardžić auf Bernasconi aber blocken. Sieben Minuten später war wieder Kobel gefordert, der Schweizer boxte das Geschoss von Zalewski aber so gerade noch aus der rechten Ecke.
Brandt scheitert an Carneschi – Bensebaini patzt erneut
Die Dortmunder brauchten fast eine halbe Stunde, um offensiv auch mal in Erscheinung zu treten. Erst köpfte Serhou Guirassy knapp am rechten Pfosten vorbei, dann scheiterte Julian Brandt nach der ersten gut herauskombinierten Chance an Atalanta-Keeper Marco Carneschi.
Bis zur Pause übernahm dann aber wieder Bergamo die Regie. Sclavini durfte in der 35. Minute frei auf Kobel zulaufen, der entschied sich aber für einen Pass in die Mitte, den Jobe Bellingham entschärfte. Weder diese noch die nächste Großchance von Zalewski (37.), der knapp vorbeischlenzte, führte zu mehr Aufmerksamkeit im Dortmunder Defensivverbund. Deshalb war das zweite Gegentor noch vor dem Pausenpfiff nur konsequent: Bellingham und Can ließen Zappacosta an der Strafraumgrenze zu viel Platz, den locker haltbaren Schuss fälschte Bensebaini direkt vor Kobel so ab, dass der Keeper chancenlos war.
Beier trifft Alu, Pasalic ins Tor
Erstaunlich: Auch nach dem Wechsel setzten sich die totale Lethargie, Ideenlosigkeit im Mittelfeld und Passivität im Abwehrverhalten nahtlos fort. Ein Konter über Maximilian Beier hätte das Geschehen in der 54. Minute beinahe konterkariert, doch der Halbstürmer ignorierte im Zentrum Guirassy und Brandt, schloss selbst ab und traf den linken Pfosten.
Kurz danach wurden wieder alle BVB-Probleme auf einmal deutlich. Bei der Flanke von Marten de Roon griff Ryerson nicht an, im Zentrum ließen Bensebaini und Daniel Svensson Pašalić am Fünfmeterraum frei zum Kopfball kommen – zu diesem Zeitpunkt war Dortmund ausgeschieden.
Coach Kovac greift ein – aber dann der K.o.
Danach griff Niko Kovač ein. Mit Fabio Silva, Carney Chukwuemeka und Adeyemi runderneuerte er die Offensive, was sich schnell bemerkbar machte. Eine Viertelstunde vor Schluss schoss sich Guirassy nach glänzender Vorarbeit von Chukwuemeka frei vor Carnesecchi aber noch ans eigene Bein, kurz danach war die Kugel im Netz: Adeyemi krönte sein Solo von rechts mit einem perfekten Schlenzer ins linke Eck.
Mit der Hacke – Ramy Bensebaini trifft Nikola Krstovic am Kopf
Als alles schon auf die Verlängerung hindeutete, wurde es in der 6. Minute der Nachspielzeit hochdramatisch. Kobel spielte einen Horror-Pass ins Zentrum, den die Italiener abfingen. Bei der anschließenden Flanke versuchte Bensebaini, den Ball mit der Hacke zu klären, traf dabei aber Krstović am Kopf, der sofort blutete. Nach Video-Beweis gab es Elfmeter und Gelb-Rot für Bensebaini – den Strafstoß nutzte Samardžić zum entscheidenden K.o.-Schlag.

