Die CDU bewältigt den Grünen-Sieg in Baden-Württemberg, indem sie die Schultern breit macht und verwegene Forderungen stellt. Doch die Nervosität ist kaum zu übersehen.
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Am Tag danach findet die CDU rasch zwei Begriffe, die dabei helfen, die schmerzliche Wahlniederlage in Baden-Württemberg und deren Folgen verdaulich zu machen. Der eine Begriff lautet Schmutzkampagne. Soll heißen: Ohne unlautere Attacken auf CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel, vor allem das Aufspießen seiner einstigen Äußerungen über Realschülerin Eva und seines missglückten Auftritts an einer Gesamtschule, hätten die Grünen niemals so erfolgreich mobilisieren können.
Der andere lautet: Patt. Die CDU schaffte es nach dem ersten Schock im Laufe des Wahlabends immerhin noch nah an die Grünen heran, bis auf 27.000 Stimmen, und in der Nacht, gegen halb drei, kam mit dem vorläufigen Endergebnis die Nachricht: Grüne und CDU haben jeweils 56 Mandate im neuen Landtag.
Die Spitzenleute der CDU, die man am Montag zwischen den Beratungen von Präsidium und Vorstand in der Berliner Parteizentrale erwischt, sprechen allesamt von Patt und Schmutzkampagne.
