Bundesligavorschau: Träum weiter! | DIE ZEIT

Wer spielt wann gegen wen?

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Das nächste Tennismatch von Berlins Bürgermeister Kai Wegner. Und Dortmund gegen Frankfurt. Die Eintracht scheidet bald aus der Champions League aus und hat in der Liga doppelt so viele Gegentore wie Spiele. Nur Heidenheim kassierte mehr Treffer. Was also tun? Den Torhüter zu wechseln, erscheint naheliegend. Kauã Santos kehrt zurück. Bloß hatte der sich in den ersten fünf Saisonspielen 18 Gegentore gefangen und wurde daraufhin von Michael Zetterer ersetzt. Nun korrigiert sich Dino Toppmöller am Jahresanfang selbst. Auch deshalb steht der Trainer mittlerweile unter strengerer Beobachtung als das Frankfurter Bahnhofsviertel. Obwohl die Eintracht seit Jahren dreistellige Millionenbeträge durch spektakuläre Verkäufe einnimmt, wirkt der aktuelle Kader unharmonisch. Kein anderer Verein war daher im Wintertransferfenster aktiver. Bisher kamen Stürmer aus Elversberg und von Hoffenheim II und ein Abwehr- und Mittelfeldspieler aus Schweden. Der BVB bibbert bestimmt schon.

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Wolfsburg gegen Bayern. Welche Dämpfe stiegen im Dezember aus dem Mittellandkanal? Endes des Jahres soll der VfL-Verteidiger Denis Vavro einen 17-Jährigen bei einem Hallenturnier in der Slowakei geohrfeigt haben. Und der Stürmer Mohamed Amoura hat mit einer Dummheit beim Afrika Cup gerade den gesamten Kongo gegen sich aufgebracht. Er verhöhnte mit einer Geste nach dem knappen Sieg seiner Algerier den prominenten Fan, der während der Spiele des Kongo des 1961 von einem Erschießungskommando ermordeten Ministerpräsidenten Patrice Lumumba gedacht hatte. Lumumba ist eine der wichtigsten Figuren im afrikanischen Kampf um Unabhängigkeit, den auch Amouras Algerier führten. Zurück in Wolfsburg können sich Vavro und Amoura ja bald nochmal über einschlägige Literatur beugen.

Wer steht im Blickpunkt?

Thermounterwäsche, Eispickel und orange Bälle. Bisher stehen keine Spiele wegen des winterlichen Sturmtiefs auf der Kippe, aber womöglich hat sich Stefan Raab die Rechte am kommenden Bundesligawochenende gesichert. Wird das Millerntor nicht rechtzeitig vom Schnee befreit, einigen sich St. Pauli und Leipzig hoffentlich auf eine Schneeballschlacht auf dem Heiligengeistfeld. Werder-Fans überlegen, ob sie auf Kufen auf der Weser zum Spiel skaten. Und in Berlin riefen die Unioner ihre Fans auf, am Samstag den Schneeschieber mitzubringen. Es soll ordentlich schneien, zum Anpfiff werden minus 8 Grad erwartet. Helfen könnte auch der Moment, in dem der Gästetrainer aus Mainz den Rasen betritt: Urs Fischer kehrt zurück. Der Unioner Anhang begrüßt frühere Angestellte in der Regel äußerst empathisch, beim Vater des Bundesligaaufstiegs sollte die Wiedersehenswärme sogar für eine Schneeschmelze reichen.