
Wer spielte wie gegen wen?
Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?
Das des HSV gegen die Bayern. „Ein Fußballspiel wie ein Boxkampf über zwölf Runden“, schrieben die Kollegen vom Spiegel. Es war ein Duell zwischen Nord und Süd, das bisweilen an die großen Begegnungen in den Achtzigerjahren erinnerte, als der HSV noch zu den Größen der Bundesliga gehörte. Inzwischen ist ein Punktgewinn gegen die Bayern so schwer zu erreichen wie früher die Silberware. Das 2:2 gegen den Rekordmeister erkämpfte der Aufsteiger mit den Mitteln eines Außenseiters: kratzen, beißen, grätschen. Die Bayern meckerten hinterher genervt über den Schiedsrichter.
Das 2:2 in der 53. Minute gelang dem erst 18 Jahre alten Luka Vušković, der im Hinspiel sein Bundesligadebüt gegeben hatte und jetzt zum Mann des Spiels aufstieg. Selig gab er anschließend zu Protokoll: „Ich genieße es jede Sekunde, für den HSV zu spielen.“ Soll schon schlechtere Wochenenden gegeben haben für Anhänger des Hamburger SV. Für die Bayern war es nach der Niederlage gegen Augsburg das zweite Spiel nacheinander ohne Sieg.
Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?
Köln gegen Wolfsburg. Zwar durften sich die Gastgeber am Ende über einen knappen 1:0-Sieg freuen, doch bot die Qualität der Partie einen treffenden Querschnitt zu dem, was Fans beider Lager seit Beginn der Saison zu oft erleiden müssen. Selbst FC-Trainer Lukas Kwasniok gab in der anschließenden Pressekonferenz zu: „Wenn ich heute TV-Zuschauer gewesen wäre, hätte ich wahrscheinlich eher ausgemacht … Aber ich bin Trainer dieser Mannschaft.“ Wenigstens die Zuschauer sorgten für ein wenig Liebe im Stadion, im Rahmen des sogenannten Diversity-Spieltags machte ein Schiedsrichter namens Pascal Kaiser seinem Partner einen – erfolgreichen – Heiratsantrag.
Wer stand im Blickpunkt?
Es ist gar nicht so lange her, da adelte Dortmunds Trainer Niko Kovač seinen Angreifer Serhou Guirassy als „Lebensversicherung“ seiner Mannschaft. 21 Tore in der Bundesliga und sagenhafte 13 in der Champions League lauteten die Details dieser speziellen Versicherungspolice in der vergangenen Saison. Doch in dieser gelang Guirassy bislang nur sehr wenig. Vier seiner sechs Tore hatte der Stürmer in den ersten drei Spielen geschossen, seither quälte er sich durch die Spielzeit. Kovač musste erklären, warum er an Guirassy festhielt. Beim Spiel gegen den 1. FC Heidenheim zahlte sich dieses Vertrauen endlich aus. Zwei Tore des Nationalspielers von Guinea in zwei Minuten brachten die Borussia auf die Siegerstraße. Wenig später holte er noch einen Elfmeter raus, schnappte sich selbstbewusst den Ball – und chippte das Spielgerät über das Tor. Was wiederum bezeichnend war für die merkwürdige Saison des Serhou Guirassy. Dem BVB kann es egal sein, denn – hoppla – er liegt nur noch sechs Punkte hinter den Bayern.
