
Auch der späte Ausgleich gegen Borussia Mönchengladbach kann Horst Steffen nicht retten. Am Tag nach dem zehnten Spiel ohne Sieg in Folge muss der Trainer von Werder Bremen seinen Hut nehmen. Zunächst besteht die Nachfolgeregelung aus einer Interimslösung.
Horst Steffen ist nicht mehr Trainer von Werder Bremen. Am Tag nach dem enttäuschenden Auftritt beim 1:1 (0:0) gegen Borussia Mönchengladbach – der Bremer Ausgleich fiel erst tief in der Nachspielzeit – wurde der 56-Jährige freigestellt. Es war das zehnte Werder-Spiel in Serie ohne Sieg.
Schon direkt nach dem Spiel am Samstagnachmittag hatte der ebenfalls längst umstrittene Sport-Geschäftsführer Clemens Fritz durchblicken lassen, dass Steffens Aus bevorsteht. „Wir haben zehn Spiele nicht gewonnen. Es ist klar, dass wir uns hinsetzen und das besprechen müssen“, sagte der frühere Nationalspieler: „Wir werden uns auch zeitnah zusammensetzen und da nicht noch ein, zwei Tage verstreichen lassen.“ So kam es dann auch.
Und so sagte Fritz am Sonntag in der offiziellen Mitteilung des Klubs: „Es war eine schwere Entscheidung, aber wir haben nicht mehr die Überzeugung, dass Horst den Turnaround nach dieser langen Serie ohne Sieg gemeinsam mit der Mannschaft schaffen wird.“ Die Entscheidung falle schwer, „gerade weil wir Horst sehr schätzen. Aber sie ist das Ergebnis aus der Analyse der sportlichen Situation und den Gesprächen, die wir zuletzt geführt haben. Daher haben wir entschieden, Horst freizustellen“.
Raphael Duarte und Christian Groß übernehmen
Steffen war erst im vergangenen Sommer nach sieben erfolgreichen Jahren beim SV Elversberg an die Weser gewechselt, wo er Ole Werner ersetzte, der inzwischen RB Leipzig trainiert. Für Steffen, frühere Bundesliga-Profi von Bayer Uerdingen und Borussia Mönchengladbach, war es mit 56 Jahren der erste Trainerjob in der höchsten Spielklasse.
Als Interimslösung werden vorerst die beiden Co-Trainer Raphael Duarte und Christian Groß einspringen. „Wir sind intensiv auf der Suche nach einem neuen Cheftrainer und werden uns die nötige Zeit nehmen, um die für Werder beste Lösung zu finden“, so Fritz.
Auf Rang 15 liegend bangt Bremen mit nur einem Punkt Vorsprung auf den Relegationsplatz aktuell um den Klassenerhalt in der Bundesliga. Zumal es die nächsten Aufgaben in sich haben: Zunächst müssen die Bremer beim heimstarken SC Freiburg antreten, dann empfangen sie den FC Bayern.
Nach einem ordentlichen Saisonstart und einem erfolgreichen Herbst rutschte Steffen mit Werder ab Ende November in die Krise, Es droht der dritte Bundesliga-Abstieg der Klubgeschichte. Für die sportliche Krise ist Steffen aber nicht allein verantwortlich. Sport-Geschäftsführer Fritz und Profifußball-Leiter Peter Niemeyer stehen bei den Fans noch mehr in der Kritik als der glücklose Coach. Neben dem großen Verletzungspech ist die Kaderplanung in Bremen das große Problem dieser Saison. Zahlreiche Zugänge kamen erst spät und wurden nur ausgeliehen. Als Verstärkung erwies sich bislang eigentlich nur der Japaner Yukinari Sugawara.
SUF mit dpa
