Warum gab’s nur drei Spiele?
Die Partie zwischen dem Hamburger SV und Bayer Leverkusen musste wegen „wetterbedingter statischer Risiken im Bereich des Stadiondachs“ abgesagt werden – schon die dritte Partie seit dem vergangenen Wochenende, die wegen des Schneefalls nicht stattfinden konnte. Einen Nachholtermin gibt es bisher nicht. Es wird also noch ein paar Tage dauern, bis die Hinrunde wirklich zu Ende ist.
Wer ist hinter dem einsamen Tabellenführer FC Bayern die zweitbeste Mannschaft?
Dem Punktestand zufolge Borussia Dortmund, Hinrunden-Rang zwei ist dem BVB nicht mehr zu nehmen. Eines Tabellenzweiten würdig war die Leistung gegen Bremen aber lange nicht. Im Grunde gab es bis auf Nico Schlotterbecks Kopfballtor zur Führung nach einem Eckstoß in der ersten Hälfte nichts Positives zu berichten, zur Pause gab es sogar ein paar Pfiffe von den Rängen.
In der zweiten Halbzeit wurde es kaum spektakulärer, aber souveräner. Und irgendwann stand Marcel Sabitzer am Strafraumrand vollkommen frei, schoss und traf. Das nächste Geschenk der Bremer, einen Ballverlust von Amos Pieper am eigenen Strafraum, nutzte Stürmer Serhou Guirassy, den Trainer Niko Kovac diesmal zunächst auf die Bank gesetzt und nur eingewechselt hatte, für sein erstes Bundesligator seit Oktober.
Wo wird es in der Rückrunde am spannendsten?

Wahrscheinlich im Abstiegskampf, der bei Platz zehn anfängt und jetzt nicht mehr bei Mainz aufhört, sondern bei Heidenheim. Die Nullfünfer sind erstmals seit dem zwölften Spieltag nicht mehr Tabellenletzter, weil sie den jetzt punktgleichen 1. FC Heidenheim besiegten, das neue Ligaschlusslicht.
Nur 24 500 Zuschauer wollten sich die Partie im Stadion ansehen. Großen Sport gab es erwartungsgemäß nicht zu sehen, phasenweise aber guten Mainzer Fußball. Etwa vor dem 1:0 durch Silvan Widmer, das Jae-sung Lee sehr gekonnt mit einer Flanke vorbereitete. Oder beim 2:0, vor dem Torschütze Nadiem Amiri und Philip Tietz einen sekundenschnellen Doppelpass spielten. Belege für die These, dass Mainz einen viel zu starken Kader hat, um tatsächlich abzusteigen. Im vierten Bundesligaspiel unter dem neuen Trainer Urs Fischer gelang nach drei Unentschieden der erste Sieg, daran änderte auch der Anschlusstreffer von Stefan Schimmer und eine Heidenheimer Schlussoffensive nichts.
Ist Stuttgart jetzt ein Champions-League-Anwärter?

Jedenfalls rückt der VfB zumindest vorübergehend auf Rang drei vor und zeigte nach einem 4:1 gegen Leverkusen am vergangenen Wochenende beim 3:2 gegen Frankfurt das zweite eindrucksvolle Spiel binnen weniger Tage. Gäbe es den FC Bayern nicht, würde Stuttgart auch einen aussichtsreichen Bewerber für den Spieler der Hinrunde ins Rennen schicken: Deniz Undav erzielte sein zehntes Tor im elften Spiel, seit er im Oktober nach einer Knieverletzung zurückkehrte.
Gegen Frankfurt hätte er neben dem Treffer zum 2:1 (abgefälschter Schuss im Strafraum) noch zwei hinzufügen können, zweimal lief er allein in Richtung Frankfurts Keeper Kauã Santos und vergab. Aber auch auf Ermedin Demirovic, erstmals seit einer Fußverletzung wieder in der Startelf, war Verlass: Er traf zum 1:1, nachdem Frankfurt früh durch Rasmus Kristensen in Führung gegangen war. Stuttgart drehte das Spiel, dominierte, kassierte trotzdem den Ausgleich in der 80. Minute – bis der eingewechselte Nikolas Nartey sieben Minuten später zum Sieg traf.
Was war Frankfurts Beitrag zu diesem wilden Spiel?

Der für die Eintracht (Torverhältnis 35:36) in dieser Saison übliche: Nach vorn lief’s ordentlich, nach hinten nicht. Die Hauptrolle übernahm Torwart Kauã Santos, der seit Jahresbeginn wieder seinen Stammplatz sicher haben soll. Trainer Dino Toppmöller hat es zuletzt als Fehler bezeichnet, den talentierten Brasilianer im Herbst nach einer langen Verletzung gleich wieder aufzustellen – danach hatte er ihn wegen schwacher Leistungen wieder auf die Bank gesetzt.
Und nun? Verschuldete er das 1:1, als er bei einer harmlosen Flanke aus dem Tor kam und den Ball nicht klärte. Danach wirkte er unsicher. Einmal schrien sich Santos und Verteidiger Arthur Theate an. Immerhin: Er zeigte einige gute Reflexe in der zweiten Halbzeit.
Dass es kurz nach einem Punktgewinn aussah, lag allerdings an einem von drei in der Winterpause verpflichteten Stürmern. Ayoube Amaimouni-Echghouyab (der Einfachheit halber wird er „Jupp“ genannt), zuvor bei Hoffenheim II, traf in seinem ersten Bundesligaspiel zum 2:2. Younes Ebnoutalib (kam von der SV Elversberg) musste verletzt ausgewechselt werden, Arnaud Kalimuendo (Nottingham Forest) gab ein unauffälliges Startelfdebüt.
Was gibt’s Neues vom Transfermarkt?
Werder Bremen musste vom Portal Transfermarkt darauf hingewiesen werden, dass sie in diesem Winter noch einen Spieler ausleihen durften. „Es gab in diesem Punkt bei uns zuvor ein internes, kommunikatives Missverständnis, über das wir gestolpert sind“, sagte der Sportchef Clemens Fritz dem Portal Deichstube.
Der Klub hatte Anfang November erklärt, dass nach bereits sechs Leihen keine weiteren mehr möglich seien. Die DFL-Regeln besagen aber lediglich, dass höchstens sechs Spieler gleichzeitig von anderen inländischen Klubs ausgeliehen werden dürfen. Bremen korrigierte die Aussage später. Laut Deichstube kam das Umschwenken durch einen Hinweis des Portals Transfermarkt zustande. „Es stimmt, dass wir durch einen externen Hinweis darauf aufmerksam gemacht wurden, dass weitere Ausleihen möglich sind“, sagte Fritz.
Leihe Nummer sieben, Stürmer Jovan Milosevic vom VfB Stuttgart, wurde in Dortmund erstmals eingewechselt. Sein Auftrag ist klar: Seit Anfang Dezember hat Werder kein Tor mehr geschossen.
Und was war in Hamburg los?

Da sprach der HSV-Prokurist Daniel Nolte am Sky-Mikrofon vom sogenannten „Schneelastbegrenzungskonzept“. Das sei seit Donnerstag umgesetzt worden, noch am Vortag waren sie beim HSV optimistisch, das Spiel gegen Leverkusen ausrichten zu können. Doch dann durchkreuzte laut einer Klub-Mitteilung das „extreme Tauwetter“ die Pläne.
Nolte sagte, dass die Membran des Stadiondachs „Beulen“ aufgewiesen habe, die „nach unten gegangen sind“. Zudem habe sich der Catwalk, der Laufsteg unter dem Stadiondach, verformt: „Theoretisch hätte die Membran reißen und auch der Catwalk in die Zuschauer fallen können. Das ist natürlich etwas, was wir unbedingt verhindern müssen.“ Auch die Austragung des Spiels gegen Borussia Mönchengladbach am Samstag ist noch nicht sicher.
