
Die deutsche Wirtschaft ist im Schlussquartal des vergangenen Jahres um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal gewachsen. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. Eine frühere Schätzung von Mitte
Januar hatte für das Bruttoinlandsprodukt nur ein Wachstum von 0,2 Prozent ergeben. „Damit beendete die deutsche Wirtschaft das
insbesondere für den Außenhandel turbulente Jahr 2025 im Plus“,
hieß es von der Statistikbehörde.
Für den unerwarteten Anstieg sorgten demnach vor allem wachsende private und
staatliche Konsumausgaben. Zuvor war das dritte Quartal 2025 mit einer Stagnation geendet. Belastet wurde die Wirtschaft durch höhere US-Zölle, die Euro-Aufwertung und eine stärkere Konkurrenz aus China.
Im gesamten Jahr 2025 legte Deutschland 0,2
Prozent zu, nachdem die Wirtschaft zuvor zwei Jahre in Folge geschrumpft
war. Die Wirtschaftsleistung befindet sich damit weiter unter dem Niveau von 2019, dem Jahr vor
Ausbruch der Coronapandemie.
Auch im Vorjahresvergleich lag das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal 2025 laut Statistischem Bundesamt preisbereinigt um
0,6 Prozentpunkte höher. Für das laufende Jahr rechnet die Bundesregierung mit einem
Wachstum von 1,0 Prozent. Der Internationale Währungsfonds geht von einem Plus von 1,1 Prozent aus.
Aufschwung durch staatliche Investitionen
Zwei Drittel des erwarteten Wachstums
gehen den Statistikern zufolge auf staatliche Impulse zurück. Im März wurde das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität beschlossen. Durch die Reform sollen Verteidigungsausgaben von der Schuldenregel ausgenommen und ein Sondervermögen von 500 Milliarden Euro für Infrastruktur und Klimaneutralität ermöglicht werden.
„Das Plus im vierten Quartal zeigt, dass sich die deutsche
Wirtschaft aus der Rezession gelöst hat“, sagte
Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. „Aber die Krise ist noch
nicht vorbei.“ Die staatlichen Investitionen würden kaum auf fruchtbaren Boden fallen, weil eine große Mehrheit der Unternehmen nicht an den
lang ersehnten Neustart in der Wirtschaftspolitik glaube.
Einen spürbaren Aufschwung erwarten Ökonomen erst
ab 2027, wenn die Milliardeninvestitionen ihre volle Wirkung zeigen. Für Unsicherheit sorgt weiterhin die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump. Die Exporte schrumpften um 0,3 Prozent und damit das dritte Jahr in
Folge. Auch die Konkurrenz aus China macht der Exportnation Deutschland
zu schaffen.
