Brutal gut: „Der goldene Handschuh“ von Heinz Strunk als Comic von Ully Arndt. – Kultur

Manche Kunstwerke haben eine solche Strahlkraft, dass man sie gar nicht oft genug adaptieren kann. Der Roman „Der goldene Handschuh“ von Heinz Strunk ist ein solches Kunstwerk. Die zehn Jahre alte Erstauflage im Regal des Schreibers dieser Zeilen ist inzwischen so zerschunden wie die Figuren in ihrem Inneren, nach rund einem Dutzend Re-Lektüren ist das Lesebändchen ausgefranst, sind die Risse im Einband an mehreren Stellen mit Tesa beklebt. Auf 254 Seiten steht kein falsches Wort. Eine leuchtende, literarische Meisterleistung. Geboren aus einem höchst unwahrscheinlichen Glücksfall: An einem schmerzhaft flüchtigen Punkt im Koordinatensystem von Raum und Zeit, der an den allermeisten Künstlern aller Gattungen durch einen falschen Wimpernschlag im falschen Augenblick vorbeizieht, haben Autor und Stoff perfekt zusammengefunden. Ein Buch dieser Qualität bringt das Land der Dichter und Denker in einem Jahrhundert vielleicht fünfmal hervor.