Brennnesseln im Garten: Warum man sie nicht entfernen sollte

Stand: 04.04.2026 07:03 Uhr

Brennnesseln haben zu Unrecht einen schlechten Ruf, sie sind vielseitig einsetzbar: als Tee oder Dünger im Garten. Raupen von Schmetterlingen dienen sie als unverzichtbare Nahrung.

Im Garten ist sie eher ein unbeliebtes Kraut – obwohl sie extrem nützlich ist: Die Brennnessel ist einer der Lieblingsfeinde vieler Gärtner und wird oftmals unermüdlich als Unkraut bekämpft. Dabei gilt die Pflanze als Heilkraut – und ist in vielerlei Hinsicht ausgesprochen nützlich.

Ohne Brennnessel keine Schmetterlinge

Ein Admiral sitzt auf einen Brennnesselblatt

Für bestimmte Schmetterlingsarten wie den Admiral sind Brennnesseln essenziell fürs Überleben.

Brennnesseln dienen als Kinderstube für etwa 50 heimische Schmetterlingsarten. Für die Raupen mancher Arten wie etwa Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs, Admiral oder Landkärtchen sind sie sogar die einzige Nahrungsquelle. Weibliche Schmetterlinge legen ihre Eier deshalb gezielt auf den Blättern von Brennnesseln ab. Die Raupen finden hier energiereiche Nahrung. Im Schutz der Brennhaare verpuppen sie sich nach etwa einem Monat, um dann als Schmetterling zu schlüpfen. Fehlt die Pflanze, können sich die Falter nicht vermehren.

Manche Schmetterlingsarten bevorzugen junge Brennnessel-Blätter von sonnigen Standorten, andere von schattigen, feuchten Standorten mit älteren Brennnesseln. Wer Schmetterlingen helfen möchte, sollte die Pflanzen deshalb an unterschiedlichen Stellen im Garten wachsen lassen.

Brennnessel zeigt stickstoffreichen Boden an

Die Brennnessel ist eine sogenannte Zeigerpflanze, sie gibt Hinweise auf die Bodenbeschaffenheit. Wo Brennnesseln wachsen, enthält der Gartenboden viel Stickstoff, ist humusreich und feucht. Solche Flächen sind auch ein idealer Standort für Gemüse, das einen hohen Nährstoffbedarf hat, etwa Tomaten, Paprika, Kohl, Kürbis, Zucchini und Gurken.

Die Brennnessel enthält viele Mineralien und eignet sich als Jauche perfekt als natürlicher Dünger für Gemüse und Blumen. Als Sud wirkt sie gegen Blattläuse.

Brennnesseln ernten und als Tee trinken

Nicht nur Tieren und Pflanzen bringt die Brennnessel viele Vorteile, sie ist auch für den Menschen zum Verzehr geeignet. Zum Ernten benötigt man nicht unbedingt Handschuhe, wenn man die Brennnessel richtig greift. Der Grund: Die Brennhaare am Stiel der Pflanze stehen leicht nach oben. Werden die Stiele mit einer leichten Aufwärtsbewegung gegriffen, streicht man an den Brennhaaren entlang, sodass diese der Haut nichts anhaben können. Die Ernte ist prinzipiell das ganze Jahr über möglich.

Jemand hält eine Tasse mit frischem Brennnesseltee, im Hintergrund sieht man Brennnesselblätter.

Brennnesseltee enthält viel Folsäure und Eisen.

Für die Küche eignen sich besonders die jungen Triebe. Aus frischen oder getrockneten Blättern lässt sich Brennnesseltee kochen. Er wirkt entzündungshemmend und entgiftend und enthält viel Folsäure und Eisen. Die Samen der Pflanze können gut in Salaten verarbeitet werden. Sie sind ein heimisches Superfood und ein wertvoller Energielieferant. Brennnesseln kann man zudem wie Spinat zubereiten oder eine deftige, schnelle Suppe daraus kochen.

Eine Hummel sitzt auf einer lilafarbenen Bienenweide.

Viele Insekten haben Probleme Nahrung zu finden. Als Unterstützung können Gartenbesitzer bestimmte Blumen pflanzen.

Vogelmiere (Stellaria media)

Wildkräuter wie Brennnessel, Giersch und Löwenzahn gelten als lästiges Unkraut. Dabei sind sie essbar und haben heilende Wirkung.

Ein Weg durch Beete

Wer im Garten noch entspannter werden will, der sollte sich mit dem Trend „Slow Gardening“ beschäftigen. Was das ist, gibt es im Garten-Podcast.