

„Märkisches Meer“ taufte Brandenburgs Nationalschriftsteller Theodor Fontane den Scharmützelsee südöstlich von Berlin. Und in der Tat: Das zehn Kilometer lange, maximal anderthalb Kilometer breite und bis zu 30 Meter tiefe und klare Eiszeit-Juwel ist für hiesige Verhältnisse ein echter Hochkaräter. Zwei Stunden brauchen die schmucken Ausflugsboote der Bad Saarow Schifffahrt für die komplette Runde und lassen dabei nichts aus, was See und Ufer attraktiv macht: Strände und Schilfgürtel, Wälder und Wiesen, Villen und Hotels, Ferienhäuser und Marinas. Plus enorme Vogelwelt: Graugänse, Schellenten und Blässhühner jeweils in Mannschaftstärke. Kraniche auf Abstand, Reiher im Stillstand, Kormorane im Tiefflug. Sogar ein Seeadler gibt sich die Ehre und hockt stoisch auf einem Totholzbaum. Selbst bei miesem Wetter wie heute ein Törn mit viel Spaß-Potenzial.
Hauptort am See ist Bad Saarow. Vor 120 Jahren noch eine Landhaussiedlung mit einfachen Holzhäusern, begann 1911 mit dem Bau des Sanatoriums, der Seebadeanstalt und der Bahnanbindung an Berlin die rasante Metamorphose vom märkischen Mauerblümchen zum „Staatlich anerkannten Thermalsole- und Moorheilbad“ und zum noblen Ausflugsziel der Berliner Schickeria. In der Zeit danach entstanden viele elegante und extravagante Villen – etwa zwei Dutzend sowie prägende historische Bauten wie Bahnhof, Moorbad, Postamt und Wasserwerk genießen als Denkmale besonderen Schutz.
Hier kurierte 1922/23 der russische Schriftsteller Maxim Gorki sein Lungenleiden, und Film-Stars der Stummfilmzeit verbrachten hier unbeschwerte Zeiten. Hier ließen illustre Promis die hektische Metropole hinter sich, feierten mondäne Partys, gingen Segeln und Golfen. Und nicht zuletzt heiratete hier Boxweltmeister Max Schmeling im Juli 1933 unter großem Medienrummel die Schauspielerin Anny Ondra. Abseits vom Berliner Trubel verbrachten beide bis 1938 hier nach eigenem Bekunden ihre „sorgloseste Zeit“.
Herzstück von Bad Saarow wiederum ist die Saarow Therme, in der sich an Spitzentagen bis zu 1000 Gäste tummeln. „Dann ist die Bude wirklich rappelvoll“, strahlt Marketingchefin Charlotte Gast, weil sie genau weiß, dass dieser Fall in der kalten Jahreszeit öfter mal eintreten wird. Insbesondere zwei exklusive Schätze sorgen für Vitalität und Wohlbefinden rund ums Jahr: Natursole und Naturmoor. Erstere kommt aus der 450 Meter tiefen Catharinenquelle direkt nebenan. Sie enthält wertvolle Mineralien und wird auf 36 Grad erwärmt, bevor sie in den Thermalbecken, Whirlpools und Massagebereichen zum belebenden Schwimm- und Bade-Element wird.
Auch das Naturmoor kommt ganz aus der Nähe von den Wierichwiesen und gilt als wahres Wundermittel, wenn es um Behandlung und Linderung von Gelenkschmerzen und Rheuma geht und um Erkrankungen der Wirbelsäule, der Atemwege und des Nervensystems. Das Moorbad gibt die gespeicherte Wärme gleichmäßig ab und erreicht damit selbst tiefer liegende Organe und Muskeln. Und das ist längst noch nicht alles. „Bei uns haben Sie die Qual der Wahl zwischen Dutzenden Anwendungen“, sagt Charlotte Gast: „Bäder und Packungen, Massagen und Peelings, Make-up und Waxing, Floating mit Tote-Meer-Effekt und sogar Schmerz-, Blutegel- und Hypoxie-Höhenlufttherapie – und das alles unter einem Dach.“
Zweite Station: Wendisch Rietz am Südende des Sees. Mit einem echten Platzhirsch für den Urlaub direkt am Wasser. Im Ferienpark Scharmützelsee warten stolze 170 Ferienhäuser im skandinavischen Stil auf Feriengäste – in gelb, grau, blau und – natürlich – ochsenblutfarbig. Alle Häuser sind individuell ausgestattet und mit der Top-Lage am See und dem breiten Sport- und Freizeitangebot ganzjährig ein Renner. Familien und Kinder finden außerdem im hauseigenen Erlebnispark Scharmuntzelland ein riesiges Spielparadies inklusive Mini- und Streichelzoo, Multisportarena, Kletterwand, Schiffswrack und Tarzanschwinger.
Nicht zuletzt bringt in Wendisch Rietz dann auch noch Brandenburgs schönste Saunawelt Satama tagtäglich Gäste zum Schwitzen. In der Stolln-Sauna heizt der „Steiger“ bei Bergwerksstimmung ein, die Sibirische Banja reinigt den Körper und wirkt wie ein Jungbrunnen. In der Hexenhaus-Traumzauberbaude werden unter einem echtem Baum Märchen erzählt und im Satama-Theater sogar Show-Aufgüsse veranstaltet. Von Aufgussprofis aus dem eigenen Haus, von denen manch einer schon bei Sauna-Weltmeisterschaften auf dem Podest stand.
Die Reise wurde vom Tourismusverband Seenland Oder-Spree unterstützt.
