
Der Umsatz mit Biolebensmitteln hat im vergangenen Jahr einen Höchststand erreicht. Er betrug 18,2 Milliarden Euro und damit 6,7 Prozent mehr als im Vorjahr, teilte der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) mit. Die Ökolandbaufläche wuchs demnach deutlich geringer, um 1,1 Prozent. Der Bioanteil an der Gesamtfläche in Deutschland beträgt 11,7 Prozent.
Damit wirtschaftet jeder siebte Hof in Deutschland nach BÖLW-Angaben ökologisch. Die Nachfrage nach Biolebensmitteln sei dennoch höher als das heimische Angebot. Bioprodukte sorgten das zweite Jahr in Folge für ein deutliches Wachstum in der Lebensmittelbranche, sagte BÖLW-Chefin Tina Andres, sie seien „ein Leuchtturm im deutschen Lebensmittelmarkt“. Trotz Inflation seien Verbraucherinnen und Verbraucher weiter an Bioprodukten interessiert.
Allerdings komme die Erzeugung auf den Feldern mit der Nachfrage nicht mit, erklärte Andres. Bioware müsse zunehmend aus dem Ausland importiert werden. 2024 wurden rund 40 Prozent der Biomöhren und 25 Prozent der Biozwiebeln aus dem Ausland importiert. Auch bei Milch, Butter und Fleisch stiegen die Einfuhren aus dem Ausland – ein Drittel des Bioschweinefleischs kam aus Nachbarländern.
Forderung an die Politik
Die BÖLW-Chefin verlangte klare Signale aus der Politik, um das 30-Prozent-Bio-Ziel in der Nachhaltigkeitsstrategie zu verankern. Der Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer müsse sich dafür in Brüssel einsetzen, dass die EU-Agrarpolitik die Bezahlung der Umweltleistungen des Ökolandbaus in den Fokus nimmt.
Die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) forderte Landwirte zur Umstellung auf Bioerzeugung auf. Die Ministerin sagte, die Chancen für Unternehmen, die eine Umstellung planen, seien so gut wie seit Langem nicht mehr. Bayern habe sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 den Anteil an Bioanbau auf 30 Prozent der Fläche auszubauen. Bisher werden 14 Prozent der Anbaufläche biologisch bewirtschaftet.
