Biathlon: Franziska Preuß beendet ihre Karriere direkt nach Olympia-Massenstart

Biathlon-Weltmeisterin Franziska Preuß beendet
ihre Karriere nach dem olympischen Massenstart am Samstag und wird nicht
mehr in den Weltcup zurückkehren. „Ich habe immer hundert Prozent
gegeben. Aber im Moment merke ich, dass ich diese hundert Prozent für
die letzten Weltcupstationen nicht mehr aufbringen würde“, sagte Preuß
in Antholz.

Damit wird der Massenstart in Antholz am Samstag (14.15 Uhr) das letzte Rennen ihrer Laufbahn. „Nun ist es Zeit, dem Biathlon Servus zu sagen“, sagte Preuß, deren Olympia-Auftritte
in Italien von Pleiten, Pech und Pannen am Schießstand geprägt waren. Sie gewann bei ihren vierten Olympischen
Spielen
zwar zum Auftakt Bronze mit der Mixed-Staffel, der ersehnten Einzelmedaille läuft sie aber weiter vergeblich hinterher.

„Dieser Abschied fühlt sich genau richtig an.
Morgen geht es nicht um Zeiten oder Platzierungen“, sagte sie und
betonte: „Morgen geht es um Dankbarkeit. Ein letztes Mal alles geben.“

Das bedeutet, dass Preuß nach den Spielen
nicht mehr an den finalen drei Weltcuprennen der Saison teilnehmen
wird. Die Bayerin hatte vor dem Saisonhöhepunkt bereits ihr Karriereende
angekündigt, den Zeitpunkt aber noch offengelassen
. In der vorherigen Saison hatte sich Preuß, die
in der Vergangenheit immer wieder von gesundheitlichen Problemen
zurückgeworfen worden war, mit dem Gewinn der großen Kristallkugel im Weltcup sowie
WM-Gold in der Verfolgung gleich mehrere Träume erfüllt.

Preuß sieht „wahnsinnig viel Potenzial“ in deutschem Biathlon-Team

Preuß hinterlässt mit ihrem Abschied eine große
Lücke im Aufgebot des Deutschen Skiverbandes (DSV). Die elfmalige WM-Medaillengewinnerin ist die erfahrenste Athletin von
Bundestrainer Kristian Mehringer. Schon 2013 feierte sie ihr Debüt im
Weltcup, nachdem sie im Jahr zuvor vier Goldmedaillen bei den olympischen Jugend-Winterspielen in Innsbruck gewonnen hatte.

Trotz
gesundheitlicher Probleme schaffte sie es in dieser Saison als einzige deutsche Biathletin in einem Einzelrennen auf das
Podest. „Ich bin ja nicht die Erste, die aufhört“,
hatte Preuß bereits vor den Winterspielen gesagt: „Es ist immer wieder
weitergegangen, gut weitergegangen. Und deswegen wird es auch weiterhin
gut weitergehen. Und es gibt junge Mädels, die wahnsinnig viel Potenzial
haben. Da braucht man sich jetzt keine Sorgen machen.“

Im Weltcup stehen noch die Stationen in
Kontiolahti in Finnland, im estnischen Otepää, wo 2027 die Biathlon-WM
stattfindet, und abschließend am legendären Holmenkollen in Oslo an.