Biathlon-Einzel: Fichtner überraschende Fünfte – Öberg-Schwestern feiern

Marlene Fichtner

Stand: 05.03.2026 • 19:51 Uhr

Im ersten Rennen ohne Franziska Preuß überzeugt die 22-jährige Marlene Fichtner mit einer tadellosen Leistung. Ganz oben stehen zwei Schwedinnen.

Für die deutschen Biathletinnen begann an diesem Donnerstag eine neue Zeitrechnung: Denn die zuvor Gesamtweltcup-13. und damit beste Deutsche war beim Einzel über 15 Kilometer in Kontiolahti nicht mehr dabei. Franziska Preuß, seit November 2013 im Weltcup, beendete ihre Karriere nach den Olympischen Winterspielen in Italien.

Marlene Fichtner überrascht im hohen Norden

So hatten in Rennen eins ohne die Oberbayerin Franziska Preuß, die in der Vorsaison noch den Gesamtweltcup errang, zwangsläufig andere die Chance auf mehr Zeit im Rampenlicht.

Und Marlene Fichtner nutzte diese Gelegenheit bravourös: Die 22-Jährige vom SC Traunstein blieb als einzige deutsche Athletin in den vier Schießeinlagen fehlerlos und schaffte es damit sensationell auf Rang fünf.

Fichtner poliert deutsche Schießbilanz in Kontiolahti auf

Sie warf ihre rechte Faust durch die Luft, nachdem sie über den roten Zielstrich fuhr. Danach zeigte sie ein Herz in die Kamera und lachte. Fichtner konnte vollauf zufrieden sein, in ihrer erst zweiten Weltcup-Saison ist es das bislang stärkste Ergebnis für sie. „Ich kann es gerade noch gar nicht fassen“, sagte sie im ZDF. „Ich freue mich enorm, dass ich nochmal die Chance bekomme, mich hier zu zeigen und nochmal gute Rennen zu machen. Ich bin sehr motiviert.“

Sie stellte damit auch ein wenig das Gegenteil zum Rest des deutschen Teams in Finnland dar. Denn zu viele Schießfehler verhinderten weitere Top-Platzierungen, Janina Hettich-Walz konnte mit zwei Strafminuten immerhin noch Rang neun erreichen.

Schweden ganz oben: Öberg-Schwestern feiern Doppelsieg

Stattdessen dominierten im hohen Norden zwei Schwestern: Die Schwedin Elvira Öberg blieb als eine von wenigen Athletinnen fehlerlos und siegte vor ihrer Schwester Hanna (1 Fehler, + 41,3 Sekunden) und der Slowakin Paulina Batovska Fialkova (1/+45,0). Die kleine Kristallkugel im Einzel sicherte sich Lou Jeanmonnot aus Frankreich trotz eines 35. Rangs.

Lange Zeit war auch Hettich-Walz auf Podiumskurs, erst im abschließenden Stehendschießen schoss sie zweimal daneben. „Das verfolgt mich das ganze Jahr“, sagte sie. „Mit einer Top-Ten-Platzierung bin ich an sich zufrieden, aber nach dem Rennverlauf kann ich natürlich dann doch nicht zufrieden sein.“ Ihre Fehler zum Schluss sah sie als „Kopfsache“.

Grotian, Voigt und Tannheimer sammeln Minuten – und Weltcup-Punkte

Noch schwieriger als Hettich-Walz fiel das Schießen allerdings den anderen Deutschen: Selina Grotian wurde mit drei Fehlern 20., Vanessa Voigt ebenfalls mit der Hypothek von drei Strafminuten 25., Julia Tannheimer mit vier Fehlern 28.

Die gute Nachricht: Weltcup-Punkte sammelten damit alle fünf Deutschen – allen voran die überragende Marlene Fichtner.