Bewegungsmangel bei Kindern: „Es geht darum, sich anzustrengen und nicht sofort aufzugeben“

Kinder sind unfitter als früher. Der Sportwissenschaftler Klaus Bös erklärt, warum das dramatisch ist, inwiefern Eltern daran schuld sind – und was sie ändern können.



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Bewegungsmangel bei Kindern: "Wenn sich Kinder mehr bewegen, lernen sie leichter und sind konzentrierter."
„Wenn sich Kinder mehr bewegen, lernen sie leichter und sind konzentrierter.“
© Natalia Lebedinskaia/​Getty Images

Warum werden Kinder und Jugendliche immer unsportlicher? Klaus Bös vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit den Ursachen, Folgen und dem sogenannten Bewegungsparadox. 

ZEIT ONLINE: Herr Bös, wie fit sind die Kinder und Jugendlichen in Deutschland? 

Klaus Bös: Deutlich weniger fit als früher. Vor vierzig Jahren konnten fast alle Kinder aus dem Stand so weit springen, wie sie groß waren. Sie konnten auch ohne Mühe rückwärts balancieren. Heute können das nur noch wenige. Nicht einmal jedes fünfte Kind erreicht die WHO-Guideline von einer Stunde moderater Bewegung. Das ist dramatisch.