Betrüger „ungeheuer gewieft“Immer mehr Cyberangriffe beim Online-Banking
09.01.2026, 18:44 Uhr
Artikel anhören(02:50 min)

Die Zahl der Betrugsfälle bei digitalen Bankgeschäften wachse, warnt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Die Angriffe beträfen alle Altersgruppen, Verbraucher sollten bei verdächtigen E-Mails vorsichtig sein.
Bankkunden in Deutschland müssen sich aus Sicht des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) auf wachsende Angriffe von Betrügern einstellen. Die Kurve der Fälle gehe nach oben, warnte BSI-Präsidentin Claudia Plattner auf einer Veranstaltung des Bankenverbands in Frankfurt.
In einer Umfrage des Verbands von Herbst 2025 gab knapp ein Viertel der rund 1000 Befragten an, sie seien binnen zwei Jahren Opfer eines gelungenen oder versuchten Online-Betrugs geworden. Die häufigsten Angriffsszenarien betreffen demnach Online-Shopping (34 Prozent), Phishing (30 Prozent) und Identitätsbetrug (22 Prozent).
Bei Phishing geben sich Kriminelle zum Beispiel als vertrauenswürdige Stellen wie Banken oder Behörden aus, um etwa über gefälschte E-Mails oder Websites an Passwörter, Kreditkartennummern oder Bankdaten zu gelangen.
„Hundertprozentigen Schutz gibt es nicht“
Banken schulten ihre Mitarbeiter, indem sie etwa Angriffe auf Kundenkonten simulierten. Auch gäben sie Warnhinweise bei auffälligen Zahlungen, sagte Hengster. „Den hundertprozentigen Schutz gibt es aber nicht.“
In vielen Fällen würden die Angreifer gewinnen, auch wenn Banken schon viel in Abwehrmaßnahmen investiert hätten. Verbraucher müssten sich bei zweifelhaften Mails oder Anrufen immer fragen: „Sollte ich da wirklich drauf klicken? Sollte ich da wirklich zurückrufen?“ Immerhin schwäche sich das Wachstum bei den Cyberangriffen ab.
Ingrid Hengster, Deutschlandchefin der britischen Barclays Bank und im Vorstand des Bankenverbands für das Thema Cyberbetrug zuständig, warnte vor ausgefeilten Tricks. „Die Betrüger sind ungeheuer gewieft.“ Verbraucher müssten stets wachsam sein, ihre Passwörter schützen und sollten diese niemals herausgeben. Betrügerische Angriffe beträfen nicht nur alte Menschen, sondern auch junge.
Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur des Ratgebers „Finanztip“, warnte vor Tricks, mit denen Bankkunden zur Überweisung auf Konten von Betrügern gebracht werden. Gerade wenn das Geld im Ausland lande, etwa in Malta, sei die Strafverfolgung sehr schwierig.
