Bei Tech-Aktien waltet VorsichtWall Street verharrt im Abwartemodus

Die Skepsis gegenüber hohen KI-Investitionen hält an. An der Wall Street lassen die Anleger vor allem Tech-Werte links liegen. Während Gold und der Ölpreis mit Blick auf die Iran-Verhandlungen sinken, schauen die Analysten bei Einzel-Titeln genau hin.
Mangels frischer Impulse hat sich an den US-Börsen nach der montäglichen Feiertagspause in der Breite erneut nur wenig getan. Thema waren weiter Spekulationen über vielfach disruptive Nebenwirkungen von Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz, was für Verunsicherung und Kaufzurückhaltung sorgte. Der Dow-Jones-Index verbesserte sich um 0,1 Prozent auf 49.533 Punkte, der breite S&P-500 bewegte sich ebenso minimal nach oben und die technologielastigen Nasdaq-Indizes schlossen behauptet. Nach ersten Angaben gab es 1483 (Freitag: 1970) Kursgewinner an der Nyse und 1281 (783) -verlierer. Unverändert schlossen 57 (59) Titel.
Am US-Anleihemarkt tat sich wenig, die Zehnjahresrendite verharrte bei 4,05 Prozent. Während ein enttäuschend ausgefallener Empire State Manufacturing Index etwas Zinssenkungsfantasie schürte, bremste zugleich eine Umfrage der Bank of America, wonach eine Mehrheit der Befragten steigende Renditen erwartet. Der Dollar tendierte nach den jüngsten kleinen Gewinnen seitwärts und kostete zuletzt 1,1852 Dollar.
Die Feinunze Gold verbilligte sich um 2,3 Prozent auf 4880 Dollar. Im Handel wurde auf Fortschritte bei den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran bei den Atomverhandlungen verwiesen, weshalb Gold als sicherer Hafen nicht gesucht gewesen sei. Mit Blick auf die US-iranischen Verhandlungen gaben auch die Ölpreise nach um bis zu 2,2 Prozent. Bei einer Einigung könne das weltweite Ölangebot steigen, so die Überlegung der Marktteilnehmer.
Übernahmen im Fokus
Aktien aus dem Technologiesektor wurden weiter mit Vorsicht betrachtet, nachdem es zuletzt bereits zu Ausverkäufen bei Aktien aus den Bereichen Software, Vermögensverwaltung, Transportwesen und Gewerbeimmobilien gekommen war aus Sorge vor negativen KI-Nebenwirkungen. Dazu hielten sich Bedenken bezüglich der Rentabilität hoher KI-Investitionen. Im Halbleitersegment gaben AMD um 2,0 Prozent nach, wohingegen Broadcom und Nvidia nach anfänglichen deutlichen Verlusten fest schlossen. Intel fielen dagegen um 1,3 Prozent.
Für Warner Bros Discovery ging es um 2,8 Prozent nordwärts. Die Gesellschaft befeuerte den eigentlich beendeten Bieterwettstreit um sich selbst wieder, indem sie Paramount Skydance eine Sieben-Tage-Frist für ein verbessertes und endgültiges Angebot einräumte, obwohl sie sich mit Netflix bereits einig schien. Netflix schlossen 0,2 Prozent höher, Paramount stiegen um 4,9 Prozent.
Danaher verloren 2,9 Prozent mit dem Kauf des Medizintechnikunternehmen Masimo für knapp 10 Milliarden Dollar. Masimo schossen um über 34 Prozent nach oben. Der Energiekonzern Portland General Electric übernimmt Windkraft-, Erdgas- und Verteilungsanlagen der Berkshire-Hathaway-Tochter Pacificorp für 1,9 Milliarden Dollar, worauf der Kurs um 2,7 Prozent nachgab. Berkshire gewannen 1,2 Prozent. ZIM Integrated Shipping Services haussierten um 25 Prozent. Hier trieb die Nachricht, dass die deutsche Reederei Hapag-Lloyd das israelische Unternehmen schluckt.
Der Kurs des Medizingeräteherstellers Medtronic verlor nach einem schwachem Ausblick 3,1 Prozent. Norwegian Cruise Line zogen um 12,1 Prozent an. Der aktivistische Investor Elliott Investment Management hat einen Anteil von über 10 Prozent an der Kreuzfahrtreederei aufgebaut, wie das „Wall Street Journal“ berichtet.
Tripadvisor legten um rund 10 Prozent zu. Der Investor Starboard Value hat laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ eine Beteiligung von mehr als 9 Prozent an dem Online-Reiseunternehmen aufgebaut und drängt auf eine Umstrukturierung des Vorstands.
