Der überragende Abwehrchef des FC Bayern, der mit Real Madrid flirtet? Genau, da war doch was. 2021 gab es diese Situation schon einmal, als sich David Alaba nach zähen Verhandlungen nicht mit den Münchnern auf eine Vertragsverlängerung einigen konnte. Und schließlich ablösefrei nach Madrid wechselte.
Gut vier Jahre später droht Bayern ein zweiter Fall Alaba. Wieder geht es dabei ums liebe Geld. Laut der spanischen Zeitung „Marca“ beschäftigt sich Dayot Upamecano intensiv mit einem Transfer zu Real Madrid, er soll seinen Berater bereits darüber informiert haben, in Zukunft für die Königlichen auflaufen zu wollen. Abwehr-Alarm bei Bayern – denn Upamecanos Vertrag läuft im Sommer 2026 aus. Müssen die Münchner den 26-jährigen Franzosen, dessen Marktwert bei 50 Millionen Euro liegt, ohne Ablöse ziehen lassen?
Vertragsverhandlungen stocken – Upamecano will Gehaltssprung
Es wäre wirtschaftlich wie sportlich ein Tiefschlag. „Ich fühle mich wohl hier und bin glücklich, mit einem sehr guten Trainer und großen Spielern zusammenarbeiten zu können“, sagte Upamecano zuletzt. „Mein Agent spricht mit den Verantwortlichen von Bayern. Die Gespräche laufen weiter. Mehr gibt es nicht zu sagen. Wir werden sehen, was passiert.“ Nach AZ-Informationen würde Upamecano gern einen Sprung beim Gehalt machen, da allein in diesem Jahr schon Jamal Musiala, Alphonso Davies und Joshua Kimmich mit Top-Verträgen ausgestattet wurden.

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von IMAGO/Ruben Albarran
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Der Franzose hat seine Leistung stabilisiert, er wird immer besser. Logisch, dass er sich Stammspieler und Teil der Bayern-Achse in der Kategorie zwischen Davies (15 Millionen jährlich) und Kimmich (20 Millionen) sieht. Andererseits wollen die Münchner das Gehaltsniveau insgesamt senken. Doch so wird Upamecano wohl kaum zu halten sein, wenn Real lockt.
„Da gibt es keine Deadline“, sagte Bayern-Sportdirektor Christoph Freund bei Sky über den Upamecano-Poker: „Jetzt haben wir erst einmal das Transferfenster abgeschlossen, jetzt geht es an die nächsten Themen. Und da ist ,Upa‘ sicherlich ein wichtiger Faktor.“
Innenverteidiger-Markt schwierig
Upamecano, der auf eine Ausstiegsklausel in seinem neuen Vertrag drängen soll, sei „ein überragender Spieler“, ergänzte Freund, „ein überragender Charakter. Er weiß, was er am FC Bayern München hat. Er fühlt sich extrem wohl, spielt richtig stark und ist eine ganz wichtige Persönlichkeit auf dem Platz. Außerhalb ist er noch einmal gereift in seiner Zeit beim FC Bayern München. Daher hoffen wir, dass er langfristig beim FC Bayern bleiben wird. Da bin ich auch positiv.“
Gleiches gilt für Sportvorstand Max Eberl, der ebenfalls von „guten Verhandlungen“ mit der Upamecano-Seite berichtete. Und dennoch: Durch die Real-Gerüchte wird der Druck auf die Bayern-Seite erhöht. Sollte sich Upamecano nämlich für den Abschied aus München entscheiden, bräuchte der Klub zeitnah Ersatz. Und der Innenverteidiger-Markt ist kompliziert. Eigentlich sah der Plan so aus, dass Upamecano und Neuzugang Jonathan Tah in den nächsten Jahren zusammen in der Abwehrmitte spielen sollten.
Kim trainiert dosiert, damit es für Bremen reicht
Minjae Kim hat die Rolle des Herausforderers inne, der Südkoreaner galt sogar als Verkaufskandidat. In den vergangenen Wochen hat sich Kim allerdings als wichtige Alternative erwiesen, am Wochenende beim 4:1-Sieg gegen Hoffenheim spielte er stark. Ehe er wegen muskulärer Probleme ausgewechselt werden musste. Kim soll in dieser Woche dosiert trainieren, um am Freitag gegen Werder Bremen (20.30 Uhr) wieder zur Verfügung zu stehen.
Einen weiteren Ausfall kann sich die Defensive auch kaum erlauben, da bereits Davies, Hiroki Ito und Josip Stanisic passen müssen. Immerhin: Linksverteidiger Raphaël Guerreiro ist wieder einsatzbereit. Upamecano dürfte nach seiner Pause gegen Hoffenheim in die Startelf zurückkehren – neben Tah. Doch ob „Upa“ auch in der kommenden Saison für den FC Bayern auflaufen wird? Dahinter steht aktuell ein Fragezeichen.
