Bauers Plan mit dem VfL Wolfsburg: Mit Mut und Demut in der Tabelle klettern

Stand: 07.01.2026 09:49 Uhr

Mit Daniel Bauer als neuem Chefcoach will der VfL Wolfsburg aus dem Tabellenkeller der Fußball-Bundesliga herauskommen. Im NDR Interview im Trainingslager in Lissabon spricht der 43-Jährige über seine Beförderung, Auftaktgegner FC Bayern München und die Zielsetzung für die zweite Saisonhälfte.

Daniel Bauer, wie läuft es im Trainingslager und mit welchem Ziel wollen Sie aus den Tagen in Lissabon herausgehen?

Daniel Bauer: Die Stimmung ist sehr gut. Es sind intensive Tage, meine Stimme hat auch schon ein bisschen gelitten, aber es ist bisher ein sehr gutes Trainingslager. Wir wollen die Zeit optimal nutzen, als Mannschaft noch enger zusammenrücken und fitness-technisch auf das nächste Level kommen, damit wir unsere intensive Spielweise über 90 Minuten auf den Platz bringen können.

Wolfsburgs Maximilian Arnold

Der VfL bereitet sich in Portugal auf den Re-Start in der Bundesliga vor. Maximilian Arnold fordert vom Team, die Intensität hoch zu halten.

Wie ist Ihr Gefühl nach den ersten Wochen als Cheftrainer?

Bauer: Total positiv. Die Zusammenarbeit mit der Mannschaft fühlt sich gut an, ist sehr fruchtbar. Alle geben hundert Prozent auf und neben dem Platz. Das ist mir wichtig, dass sich die Jungs da auch einbringen. Es soll keine One-Man-Show oder alles von den Trainern vorgegeben sein. Wir erarbeiten viele Dinge gemeinsam. Das soll die Grundlage für eine sehr erfolgreiche zweite Saisonhälfte sein.

Was macht diese neue Rolle als Cheftrainer mit Ihnen persönlich?

Bauer: Ich hoffe, nicht viel. Ich will als Mensch so bleiben, wie ich bin. Natürlich entwickelt man sich weiter, das ist gar keine Frage. Es ist generell wichtig, sich auf dem Platz und als Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Man kann nie aufhören zu lernen.

Daniel Bauer, Trainer des VfL Wolfsburg

Der bisherige Interimscoach wird zum Chef befördert. Damit ist die letzte Baustelle in der sportlichen Leitung bei den Niedersachsen geschlossen.

Wofür soll der VfL Wolfsburg unter Daniel Bauer als Trainer stehen?

Bauer: Hochintensiven, leidenschaftlichen Tempofußball. Wir wollen extrem eklig, sehr aggressiv gegen den Ball sein. In vielen Statistiken geht es schon in die Richtung, wie das aussehen soll. Dazu sind wir fußballerisch immer mutiger und besser geworden in den letzten Spielen. 

Sie liegen auf Tabellenplatz 14, was ist Ihr erklärtes Ziel für die Restrunde?

Bauer: Wir wollen unabhängig vom Tabellenplatz deutlich mehr punkten und damit dann automatisch auch in der Tabelle besser dastehen. Mit der Ausbeute aus den letzten fünf Spielen (zwei Siege, ein Remis, zwei Niederlagen, d.Red.) waren wir nicht zufrieden. Da hätten wir mehr Punkte holen können, wenn nicht sogar müssen. Wenn man die Spielverläufe sieht, waren diese sieben Zähler aus fünf Partien eigentlich zu wenig.

Münchens Leon Goretzka bejubelt seinen Treffer

Die Partie am Sonntag ab 17.30 Uhr in der Audio-Vollreportage und im Liveticker.

Zum Auftakt geht es zum FC Bayern München. Was erwarten Sie von Ihrem Team?

Bauer: Jeder muss sich freuen, bei Bayern München spielen zu dürfen. Wir wollen mutig sein und unabhängig vom Ergebnis eine gute Leistung zeigen. Auch wenn wir wissen, dass Bayern eine extrem starke Pressing-Mannschaft ist, wollen wir nicht nur die Bälle hinten rausschlagen. Wir werden bereit sein und alles geben, um in München zu bestehen.

Das Ziel vor der Saison hieß Europa, davon ist der VfL Wolfsburg weit weg. Gibt es konkrete Ziele seitens des Vereins, die Ihnen mitgegeben wurden?

Bauer: Nein, in der aktuellen Situation heißt es auch ein Stück weit demütig zu sein. Wir haben uns aus einer ganz schwierigen Situation ein bisschen herausgearbeitet. Damit wollen wir 2026 weitermachen und dann können wir vielleicht irgendwann wieder über größere Ziele sprechen. Aber Stand jetzt heißt es: Woche für Woche punkten, um die ominöse 40-Punkte-Marke zu erreichen.

Das Interview führte NDR Reporter Kevin Poweska.

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