Bädersterben in Deutschland: Wer hält die Kinder über Wasser?

An einem Freitagvormittag hält ein Bus vor dem Hallenbad in Oberschleißheim im Landkreis München. Die Fahrzeugtüren öffnen sich, und heraus tritt eine Gruppe Grundschüler. Es sind drei Klassen aus dem benachbarten Karlsfeld. Sie kommen für den Schwimmunterricht nach Oberschleißheim – 20 Minuten Fahrtzeit für den Hinweg und 20 Minuten wieder zurück. Anders geht es nicht. Das Karlsfelder Hallenbad wird abgerissen, geschlossen ist es seit drei Jahren. Der Lehrplan in Bayern aber sieht – wie der anderer Bundesländer – den Schwimmunterricht vor. Kinder sollen zu sicheren Schwimmern werden.

Doch auch das Bad im Oberschleißheim ist gefährdet – wie so viele in Deutschland. Noch vor wenigen Wochen war unklar, ob es 2026 übersteht. Mit seinen Schwierigkeiten und seiner großen Bedeutung für die umliegenden Gemeinden bildet es ein Musterbeispiel für ein deutschlandweites Problem. Im vergangenen Jahr hat die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ein Papier mit dem Titel „Kommunale Sportstätten: große Bedeutung und hoher Investitionsbedarf“ veröffentlicht. Darin gaben 14 Prozent der Kommunen an, ihre Hallenbäder schließen zu müssen, wenn sie in den kommenden drei Jahren nicht saniert würden. Aber das Geld dafür fehlt vielerorts. Viele Bäder sind schon geschlossen.

Eine gesperrte Bahn im Oberschleißheimer Bad.