
Wegen vielfachen sexuellen Missbrauchs ihm anvertrauter Kinder erhebt das Cybercrime-Zentrum Baden-Württemberg Anklage gegen einen Betreuer von Kindern im Rems-Murr-Kreis. Das teilte die Behörde mit. Dem Betreuer wird schwerer sexueller Missbrauch von Kindern, sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen und die Herstellung kinderpornografischer Inhalte vorgeworfen.
Der Beschuldigte habe bis zu seiner Festnahme im Oktober 2025 als Tagesvater gearbeitet. Um die Kinder habe er sich zu Hause gekümmert, sagte ein Polizeisprecher. Seit 2020 soll der Mann in insgesamt 41 Fällen sexuelle Handlungen an oder vor ihm anvertrauten Kindern vorgenommen haben. In zwei Fällen soll der Betreuer Polizeiangaben zufolge auch sexuelle Handlungen der Kinder untereinander aufgezeichnet haben. Außerdem besteht der Verdacht, dass er kinderpornografische Inhalte an andere weitergegeben hat.
Die Opfer seien zwischen nicht mal einem Jahr und zwölf Jahre alt gewesen. Das betroffene Kind im ersten Lebensjahr habe sich bei den sexuellen Handlungen mit im Raum befunden, sei aber nicht selbst von einem Übergriff betroffen gewesen, hieß es weiter.
Zum Alter des Mannes sowie seinem Wohn- beziehungsweise Arbeitsort äußerten sich die Ermittler nicht. Der Mann sei sonst schnell identifizierbar, sagte ein Sprecher. Auch zu den ihm vorgeworfenen Missbrauchstaten werde es keine weiteren Ausführungen geben.
Offenbar sind zunächst bayerische Strafverfolgungsbehörden im Zuge von Ermittlungen in einem sogenannten Peer-to-Peer-Netzwerk auf den Mann aufmerksam geworden. Das sind Tauschbörsen für kinderpornografische Inhalte. Bei dem Mann wurden schließlich elektronische Geräte mit einschlägigen Darstellungen gefunden. Er sitzt seit seiner Festnahme in Untersuchungshaft.
