
Der CDU-Spitzenkandidat in Baden-Württemberg, Manuel Hagel, steht wegen eines älteren Interviews in der Kritik. Darin schwärmt er von einem Termin an einer Realschule mit vielen Schülerinnen. „Der Einstieg für dieses Interview 2018 war Mist“, sagt Hagel nun.
Manuel Hagel, baden-württembergischer CDU-Spitzenkandidat für die bevorstehende Landtagswahl, hat sich von fragwürdigen Aussagen distanziert, die er vor acht Jahren in einem Video-Interview über Schülerinnen gemacht hatte. „Der Einstieg für dieses Interview 2018 war Mist“, sagte der CDU-Politiker dem „Spiegel“. „Meine Frau hat mir damals direkt den Kopf gewaschen.“
Zoe Mayer, Grünen-Bundestagsabgeordnete aus Karlsruhe, lud am Montag einen Ausschnitt aus einem älteren Interview von Hagel ins Netz. Das kurze Video zeigt ein acht Jahre altes Stammtischgespräch Hagels mit dem Lokalsender „Regio TV Schwaben“. Hagel, damals 29 Jahre alt und Generalsekretär der CDU Baden-Württemberg, berichtet von einem Schulbesuch berichtet. Mayers Videoclip verzeichnete am Dienstagnachmittag über eine Million Aufrufe.
Er habe vor wenigen Wochen einen Termin in einer Realschule in seinem Wahlkreis wahrgenommen, erzählt Hagel darin. „Eine Klasse, 80 Prozent Mädchen! Also, da gibt’s für 29-jährige Abgeordnete schlimmere Termine als diesen“, schiebt er lachend hinterher.
Dann beschreibt er eine Schülerin näher: „Ich werd’s nie vergessen, sie hieß Eva, braune Haare, rehbraune Augen“, was der Moderator lachend mit „Die wird jetzt rot zuhause“ kommentiert. Hagel scherzt, er sage ja keinen Nachnamen dazu. Seine Anekdote dreht sich darum, dass Politiker in den Augen vieler Menschen ununterscheidbare und abstrakte Figuren seien, die Schülerin habe aber am Ende gesagt, sein Auftritt sei nicht so schlecht gewesen.
Hagel antwortet auf Grünen-Politikerin
Die Grünen-Abgeordnete Mayer kritisiert nun, dass die Aussagen der Schülerinnen in den Hintergrund rückten und stattdessen Bewertungen über ihr Aussehen im Vordergrund standen. „Würde eine weibliche Politikerin genauso über ein Klassenzimmer sprechen, in dem 80 Prozent Jungen sitzen?“, fragt sie in dem Clip. „Was meint ein Mann damit, dass es ein besonders schöner Termin ist, wenn er in einem Klassenzimmer mit maximal 16-Jährigen sitzt?“
Über das Vorgehen der Grünen-Politikerin sagte Hagel dem „Spiegel“: „Frau Dr. Mayer kommt damit jetzt 12 Tage vor der Landtagswahl acht Jahre zu spät.“
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