Axel Springer kauft britischen „Telegraph“ – Wirtschaft

Axel Springer kauft die traditionsreiche britische Zeitung Telegraph. Der Kaufpreis ⁠für die Telegraph Media Group beläuft sich auf 575 Millionen Pfund (663 Millionen Euro), wie Springer mitteilte. ‌Man habe mit dem bisherigen Eigentümer ‌Redbird IMI eine Vereinbarung dazu geschlossen. Springer-Chef Mathias Döpfner sagte, der Berliner Konzern habe schon vor mehr als 20 Jahren vergeblich versucht, das Unternehmen zu erwerben. „Nun wird unser Traum wahr.“

Mit dem Geschäft ‌geht eine der ältesten Zeitungen Großbritanniens, die enge Verbindungen ‌zum britischen Establishment ‌und zur Konservativen Partei unterhält, in deutschen Besitz über. „Wir wollen den Telegraph weiterentwickeln, dabei seinen unverwechselbaren Charakter bewahren und dazu beitragen, ihn zum meistgelesenen und intellektuell inspirierenden, bürgerlich-konservativen Medium der englischsprachigen Welt zu machen“, erklärte Springer-Chef Döpfner.

„Wir sind überzeugt, dass Axel Springer gut positioniert ist, um den Telegraph in sein nächstes Kapitel zu führen“, heißt es vom bisherigen Eigentümer Redbird IMI. Das Team arbeite nun eng mit der britischen Regierung zusammen, um die erforderlichen Genehmigungen für den Abschluss der Transaktion zu erhalten. Axel Springer kommt damit dem eigentlich geplanten Verkauf an den Eigentümer der Daily Mail zuvor, wie die Financial Times berichtet. Eigentlich hatte Daily-Mail-Eigentümer, Zeitungserbe Jonathan Harmsworth, als aussichtsreichster Interessent gegolten.

Zum Berliner Springer-Konzern gehören die Zeitungen Bild und Welt und die Nachrichtenportale Politico und Business Insider. Die Übernahme des Telegraph ist ein Coup für Springer-Chef Döpfner, der in den vergangenen Jahren zahlreiche Transaktionen getätigt hat, um das Unternehmen zu einem globalen Medienkonzern zu machen.