Autofahren auf dem Land bleibt unversichtbar

Das Auto ist der deutschen liebstes Kind und wird es bleiben. Wer in der Großstadt wohnt, der kann auf den eigenen Wagen verzichten. Öffentliche Verkehrsmittel oder Carsharing sind gute Alternativen. Aber auf dem Land sieht es anders aus. Hier ist die Nahverkehrsinfrastruktur löcherig, das lässt sich auch kaum ändern.

Aber Autofahren wird immer teurer. Das liegt nicht nur an den Spritpreisen, sondern auch an den Prämien für Kasko- und Haftpflichtversicherung. Eine goldene Nase verdienen sich die Versicherer in dieser Sparte nicht – im Gegenteil. Sie kostet die Regulierung von Schäden deutlich mehr.

Es bleibt ein Mysterium, warum Ersatzteile seit 2015 um 80 Prozent im Preis gestiegen sind und damit um 50 Prozentpunkte mehr als die allgemeine Inflation. Der Verdacht, dass die Automobilhersteller bei Ersatzteilen besonders kräftig an der Preisschraube drehen, um einen sinkenden Absatz und die Kosten der Transformation zur E-Mobilität zumindest teilweise zu kompensieren, drängt sich auf.

Das wäre vielleicht auch mal ein Thema für die Runden Tische, zu denen die Bundesregierung die Chefs der Branche regelmäßig – zuletzt im vergangenen Oktober – einlädt. Nicht nur Bus und Bahn, eben auch das Autofahren muss für breiteste Bevölkerungsschichten bezahlbar bleiben. Denn auf dem Land sind die eigenen vier Räder auch ein Stück Daseinsvorsorge, weil öffentlicher Nahverkehr auf Großstadtniveau nicht zu finanzieren wäre.