Australian Open aktuell
Wer ist bei den Australian Open weiter? Wer ist raus? Das Wichtigste von den besten Spielen am Freitag, kurz und kompakt.
Alcaraz macht’s mit Alcaraz-Souveränität
Carlos Alcaraz – Corentin Moutet 6:2, 6:4, 6:1
Man muss Corentin Moutet zugutehalten, dass er sich die Laune nicht verderben ließ. Der Franzose war Überflieger und Topfavorit Carlos Alcaraz zwar erwartungsgemäß unterlegen und verlor letztlich chancenlos. Der Franzose streute vor allem im letzten Satz aber immer wieder ein paar Show-Elemente ein und holte so zumindest Sympathie-Punkte beim Publikum. Moutet zeigte Schläge zwischen den Beinen, ließ sich für gelungene Volleys feiern und wiederholte einen misslungenen Stoppball nach einem Ballwechsel so oft, bis er zufrieden und der Ball über dem Netz war.
Alcaraz nahm’s mit Humor, spielte das Spielchen mit und gewann dann mit der typischen Alcaraz-Coolness. Ein Lob für den Gegner gab es als Extra-Zugabe obendrauf: „Die Stoppball-Competition hat definitiv er gewonnen“, lachte der Spanier. „Ich hoffe, dass wir bald mal wieder gegeneinander spielen.“ Die Tennis-Fans dürften sich nichts dagegen haben.
Carlos Alcaraz ballt nach seinem Sieg gegen Corentin Moutet die Faust
Medvedev dreht 0:2-Rückstand mit der Kraft von Pickle Juice
Daniil Medvedev – Fabian Maroszan 6:7, 4:6, 7:5, 6:0, 6:3
In jedem Kindergarten dieser Welt hätte sich Daniil Medvedev nach seiner Partie gegen Fabian Maroszan wohl ein paar strenge Worte anhören müssen. Der Russe futterte während seines Post-Match-Interviews nämlich fröhlich drauf los und beging dann den Fehler, auf den jeder Vierjährige zwischen Deutschland und Down Under direkt mit großem Entsetzen hinweist: Mit vollem Mund spricht man nicht!
Als Entschuldigung darf Medvedev jedoch anführen: Der 29-Jährige hatte sich zuvor nach Zwei-Satz-Rückstand zurückgekämpft und sich auch von möglichen Krämpfen nicht aufhalten lassen. Der Müsli-Powerriegel war also hart und redlich verdient. Ein besonderes Erfolgsrezept – im wahrsten Sinne des Wortes – lieferte Medvedev übrigens auch noch mit. Sein X-Faktor, um Gegner und eigenen Körper zu besiegen: „Ich habe viel Pickle Juice getrunken.“ Ein Mix aus Gurkenwasser und Essig bescherte also den Einzug ins Achtelfinale. Na, wem’s schmeckt.
Daniil Medvedev während seines Matches gegen Fabian Marozsan in Aktion
Sabalenka mit Mühe und guten Nerven
Aryna Sabalenka – Anastasia Potapova 7:6, 7:6
Anastasia Potapova hat am Freitag etwas geschafft, was vor ihr bei diesem Turnier noch keiner Spielerin gelungen war: Die in Russland geborene und mittlerweile für Österreich startende 24-Jährige brachte die Weltranglisten-Erste Aryna Sabalenka tatsächlich ins Schwitzen. Beide Sätze wurden erst im Tiebreak entschieden, im zweiten Durchgang kämpfte sich Potapova sogar nach einem 0:4-Rückstand zurück und hatte dann Satzbälle.
Entscheidender Unterschied: Sabalenka behielt in den wichtigen Momenten die Nerven und zog mit viel Mühe und nach mehr als zwei Stunden Spielzeit ins Achtelfinale ein.
Aryna Sabalenka ist nach ihrem Sieg in der dritten Runde der Australian Open erleichtert
Enttäuschung für Krawietz/Pütz
Kevin Krawietz/Tim Pütz – Orlando Luz/Rafael Matos 3:6, 6:7
Im Fußball liegt das letzte große Duell zwischen Deutschland und Brasilien mittlerweile knapp elfeinhalb Jahre zurück. Das legendäre 7:1 im WM-Halbfinale 2014 dürfte vielen Menschen am Zuckerhut heute noch Phantomschmerzen bescheren. Im Tennis gab es nun immerhin eine (zugegeben: ganz, ganz kleine) Revanche: Das brasilianische Doppel Orlando Luz und Rafael Matos setzte sich am Freitag völlig überraschend gegen Kevin Krawietz und Tim Pütz durch. Das deutsche Doppel galt durchaus als Geheimfavorit, jetzt ist schon in Runde zwei Schluss.
