Aufregung um Schreiben von DSV

Das dänische Speditions- und Logistikunternehmen DSV soll in einem Schreiben seine Transportdienstleister dazu aufgefordert haben, ihre Grundfracht zu senken. Der VerkehrsRundschau liegt das Schreiben von einem Transportunternehmer vor, der namentlich nicht genannt werden will.

Eine DSV-Sprecherin will auf Anfrage der VerkehrsRundschau das Schreiben nicht kommentieren: „Bitte haben Sie Verständnis dafür“, heißt es in ihrer Mail, „dass wir uns grundsätzlich nicht zu Geschäftsbeziehungen oder vertraglichen Vereinbarungen mit unseren Geschäftspartnern äußern.“

Konkreter wird DSV in dem Schreiben an seine Frachtführer. In dem Schreiben bedankt sich das Unternehmen zunächst bei dem betreffenden Transportunternehmen für die bisherige, verlässliche Zusammenarbeit. „Diese partnerschaftliche Kooperation mit Ihnen“, wird darin betont, wisse man ausdrücklich zu schätzen.

Weiter heißt es: „Der Logistikmarkt hat sich gewandelt. Sinkende Volumina und Überkapazitäten prägen leider das aktuelle Umfeld. Als großer Volumenanbieter bieten wir Ihnen weiterhin Auslastungssicherheit – ein entscheidender Wert in der aktuellen Phase“, betont der Verfasser des Schreibens. „Die bereits realisierte Lösung im Dieselbereich gibt Ihnen die erforderliche Planungssicherheit.“

„Um unsere gemeinsame Wettbewerbsfähigkeit und vor allem Ihr verlässliches Auftragsvolumen dauerhaft zu sichern, müssen wir unsere Kostenstrukturen an die Realität des Marktes anpassen. Daher setzen wir mit Wirkung zum 0.1.04.2026, eine Ratenreduzierung in Höhe von 2,5 Prozent um.“

Gleichzeitig unterstreicht der Verfasser des Schreibens, wie wichtig dem Unternehmen eine faire und transparente Berechnung sei. Die 2,5 Prozent Abzug beziehen sich, betont er, ausschließlich auf die reine Grundfracht des Transportdienstleisters. Keine Kürzung gebe es hingegen bei Durchlaufposten. Wörtlich heißt es: „Kosten wie Maut und Diesel bleiben von der Anpassung unangetastet.“

Dies sei ein notwendiger Schritt, wird schlussendlich nochmals in dem Schreiben betont, „um unsere Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu sichern. Die Reduzierung wird durch uns systemseitig für alle Touren umgesetzt.“

Wie gesagt, DSV hat zu dem Schreiben auf Anfrage keine Stellungnahme gegeben. Sollten die vorliegenden Informationen aber korrekt sein, träfe eine Kürzung der Grundfracht um 2,5 Prozent die Transportdienstleister zur Unzeit. Denn die Auftragslage ist vielerorts stark zurück gegangen. Gleichzeitig explodieren die Kosten der Transportbetriebe. So sind einem Branchenkenner zufolge allein die Kosten der Transportbetriebe für Diesel seit Ausbruch des Iran-Kriegs im Schnitt um neun Prozent gestiegen.