

US-Medienaufsicht verschärft Regeln für Talkshows mit Politikern
Die US-Medienaufsichtsbehörde FCC verschärft die Regeln für Talkshows, die Politiker interviewen. Sendungen wie die populären Late-Night-Shows müssen künftig auch gegnerischen Kandidaten eine vergleichbare Sendezeit einräumen, teilte die Behörde am Mittwoch mit. Damit kippt die FCC eine seit 2006 geltende Praxis, die es den Sendern erlaubte, solche Interviews als redaktionelle Nachrichteninhalte zu behandeln und von der sogenannten „Equal Time“-Regel auszunehmen. Die Behörde erklärte, es gebe keine Beweise dafür, dass die aktuellen Talkshows die Kriterien für eine solche Ausnahme erfüllten.
Der Schritt folgt wiederholtem Druck von US-Präsident Donald Trump auf die Behörde. Der von ihm ernannte FCC-Vorsitzende Brendan Carr hatte bereits im September eine Überprüfung gefordert, ob Sendungen wie die Talkshow „The View“ oder „Jimmy Kimmel Live“, die oft kritisch über Trump berichten, gegen die Regeln verstoßen. Carr hatte bereits im Vorjahr für Aufsehen gesorgt, als er nach umstrittenen Äußerungen Kimmels zum Tod eines konservativen Aktivisten Druck auf den Sender ABC ausübte. Die Show wurde daraufhin kurzzeitig abgesetzt. „Jahrelang gingen die etablierten Fernsehsender davon aus, dass ihre Shows als ‚echte Nachrichtensendungen‘ gelten – selbst wenn sie aus rein parteipolitischen Zwecken handelten“, sagte Carr nun. Die FCC erinnere sie an ihre Verpflichtungen. Die demokratische Kommissarin der FCC, Anna Gomez, kritisierte die Anweisung scharf. Sie sei eine „Eskalation in der andauernden Kampagne dieser FCC, die Meinungsäußerung zu zensieren und zu kontrollieren“. Es handle sich um staatliche Einschüchterung. „Sender sollten sich nicht unter Druck gesetzt fühlen, aus Angst vor regulatorischer Vergeltung ihre kritische Berichterstattung abzuschwächen, zu bereinigen oder zu vermeiden“, sagte Gomez. Trump hatte in der Vergangenheit wiederholt gefordert, Sendern wie ABC die Lizenz zu entziehen. Die großen Fernsehsender äußerten sich zunächst nicht.
