Anta kauft 29 Prozent: Puma wird teilweise chinesisch

Der größte Anteilseigner von Puma kommt künftig aus China. Die Anta Sports Group übernimmt 29 Prozent der Anteile des deutschen Sportartikelkonzerns, teilte Anta am Dienstag in Hongkong mit. Der Anteil werde mit 1,5 Milliarden Euro in bar bewertete. Der Abschluss steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen.

Anta ist ein chinesischer Sportartikelhersteller aus der Provinz Fujian gegenüber von Taiwan. Der Konzern kontrolliert schon heute viele westliche Marken, zum Portfolio gehören etwa die deutsche Marke Jack Wolfskin, Fila in China, Arcteryx, Salomon und Atomic. Die Chinesen kaufen den Anteil von der Groupe Artemis, einer Investmentgesellschaft der Familie Pinault. Diese steht hinter dem Luxuskonzern Kering mit Marken wie Gucci, Bottega und Balenciaga.

Anta setzte sich damit in einem Bieterwettbewerb durch. Zu den anderen Interessenten zählten Berichten zufolge der chinesische Konkurrent Li Ning und das japanische Unternehmen Asics. Anta zahlt für die 43 Millionen Puma-Aktien jeweils 35 Euro. Das ist ein deutlicher Aufschlag auf den letzten Kurs. Puma stand am Montag bei 21,56 Euro. Der Kaufpreis liegt sogar doppelt so hoch wie der Kurs im November, bevor die Übernahmegerüchte zu kursieren begannen.

Eine vollständige Übernahme ist der Mitteilung zufolge nicht geplant. „Derzeit gibt es keine Pläne für ein Übernahmeangebot von Puma“, heißt es in der Mitteilung. Anta deutet aber an, dass ein stärkeres Engagement nicht vollständig vom Tisch ist. „Künftige Möglichkeiten zur Vertiefung der Partnerschaft zwischen beiden Unternehmen wird die Gruppe sorgfältig prüfen.“

Wohl um politische Bedenken zu zerstreuen, betonte Anta die Unabhängigkeit von Puma. Man schätze Pumas Managementkultur und unabhängige Unternehmensführung. Man wolle ein starkes Vertrauensverhältnis schaffen und auf Augenhöhe zusammenarbeiten, ohne Abstriche in puncto Unabhängigkeit zu machen. Anta strebt nach Abschluss der Transaktion jedoch eine „angemessene Vertretung im Aufsichtsrat“ mit zwei Sitzen an. Die beiden Vertreter würden sowohl mit den Anteilseignern als auch den Arbeitnehmern zusammenarbeiten.

Anta-Chairman Ding Shizhong will mit dem Puma-Einstieg „die Globalisierung von Anta Sports weiter beschleunigen“, heißt es in der Mitteilung. Puma verfüge über eine starke Marken-DNA, „ein derart werthaltiges Markenerbe gibt es selten“. Der Puma-Aktienkurs spiegle das langfristige Potenzial der Marke nicht vollständig wider.

Puma, das seinen Sitz genau wie Adidas in Herzogenaurach hat, kann zwar auf eine lange Tradition verweisen, steckte zuletzt aber in der Krise und ist hinter andere Marken zurückgefallen. Der ehemalige Adidas-Vorstand Arthur Hoeld versucht, den Konzern wieder auf Kurs zu bringen und zurück in die Gewinnzone zu führen. Bis Ende September 2025 sank der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum währungsbereinigt um 4,3 Prozent auf knapp 6 Milliarden Euro. Der Konzern erwirtschaftete einen Verlust von 309 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 257 Millionen Euro in den ersten neun Monaten des 2024.